Bertelsmann-Stiftung singt hohes Lied der Freihandelszone USA/EU


Transatlantisches Freihandelsabkommen brächte wirtschaftliche Vorteile für Rheinland-Pfalz

Studie der Bertelsmann Stiftung rechnet mit 4.500 neuen Arbeitsplätzen / Gewinner wäre vor allem das produzierende Gewerbe

Gütersloh, 04.10.13. Ein Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA brächte dem Bundesland Rheinland-Pfalz erhebliche wirtschaftliche Vorteile. Nahezu alle Branchen würden profitieren, hinzu kämen eine beachtliche Zahl neuer Arbeitsplätze und Lohnzuwächse in allen Einkommensgruppen. Zu dieser Einschätzung kommt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung und des ifo-Instituts. Ab Montag verhandeln die Europäische Union und die Vereinigten Staaten, die beiden größten Wirtschaftsräume der Welt, in Brüssel wieder über eine umfassende Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP). Durch ein Freihandelsabkommen könnten die Exporte aus Rheinland-Pfalz in die USA um 24 Prozent steigen. Die Studie prognostiziert für Rheinland-Pfalz mehr als 4.500 neue Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe, falls EU und USA sich darauf einigen, Handelshemmnisse umfassend abzubauen. Über 85 Prozent dieser zusätzlichen Jobs entstünden für gering- und mittelqualifizierte Arbeitnehmer. Der Wert aller in Rheinland-Pfalz zusätzlich hergestellten Güter stiege um 425 Millionen Euro jährlich. Besonders stark in die USA exportieren aus Rheinland-Pfalz der Maschinenbau sowie die Hersteller von chemischen Erzeugnissen und von Metallerzeugnissen. „Gewinnen würden von einem Freihandelsabkommen nicht nur Großkonzerne, sondern insbesondere der Mittelstand“, sagte Aart De Geus, Vorstandschef der Bertelsmann Stiftung. Für die gesamte Bundesrepublik Deutschland rechnet die Studie mit 160.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen in allen Qualifikationsgruppen. Aussicht besteht auch darauf, dass die Realeinkommen in allen Lohngruppen steigen. Der Wegfall von Handelsbeschränkungen dürfe aber, so De Geus, nicht den Abbau aller Restriktionen bedeuten: „Entscheidend wird sein, ob ein Freihandelsabkommen auch die Akzeptanz der Bevölkerung findet. Deshalb ist es nicht nur wichtig, dass auch kleine Betriebe und niedrige Einkommensgruppen profitieren, sondern dass Verbraucher- und Arbeitnehmerschutz gewährleistet bleiben“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung. Für eine Verschärfung von Lohnungleichheiten durch ein transatlantisches Freihandelsabkommen sieht die Studie keine Anzeichen. Im Gegenteil: Die Löhne würden mit dem Abschluss eines Freihandelsabkommens nahezu durchgängig wachsen. Geringer qualifizierte Arbeitnehmer könnten sogar stärker profitieren als mittel- und hochqualifizierte Beschäftigte. So wird in den niedrig qualifizierten Gruppen ein Anstieg der Reallöhne um 0,9 Prozent erwartet. Die Reallöhne der mittel- und hochqualifiziert Beschäftigten steigen um 0,7 bzw. 0,6 Prozent. Die Studie der Bertelsmann Stiftung ist Teil des Projektes „Global Economic Dynamics“ (GED). Es soll zu einem besseren Verständnis der wachsenden Komplexität globaler Wirtschaftsentwicklungen beitragen. Alle Analyseergebnisse werden dafür eigens multimedial aufbereitet und unter www.ged-shorts.org für PC und alle mobilen Endgeräte frei zur Verfügung gestellt.

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