Ökologisch wertvolle Streuobstwiesen erhalten und ausbauen


Streuobst

Umweltministerium schafft landesweite Vernetzungsstelle für Streuobstbau

Mainz, 07.10.13. Eine landesweite Vernetzungsstelle unter dem Dach des Dienstleistungszentrums ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz bietet zukünftig den Streuobstbauern und -initiativen fachliche Unterstützung, stellt Daten bereit und wirkt an Pilotprojekten mit. Vier regionale Beratungsstellen in Trier, Klein-Altendorf, Oppenheim und Neustadt betreuen zudem den Streuobstanbau vor Ort. „Wir wollen den Streuobstanbau und die Initiativem im Land besser vernetzen und stärker fördern“, erklärte Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken am Samstag bei einer Streuobsttagung in Großlittgen. Die Veranstaltung wurde vom DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück gemeinsam mit dem Natur- und Geopark Vulkaneifel sowie den Lokalen Aktionsgruppen der LEADER-Regionen Vulkaneifel und Bitburg-Prüm ausgerichtet. Interessierte aus Streuobstinitiativen, Naturschutzverbänden, Landwirte, Gartenbauer und Imker diskutierten die Möglichkeiten des Anbaues und der Verwertung von Streuobst. „Streuobstwiesen sind ein Stück Kulturlandschaft, gerade auch hier in der Eifel. Sie sind oft der letzte Ort für alte Obstsorten und Rückzugsraum für bedrohte Arten“ so Höfken. Zum Erhalt der Streuobstwiesen müssten die Bäume gepflegt und bewirtschaftet werden. Der beste Schutz der Streuobstwiesen sei daher die Nutzung des Obstes. „Mit unserer Initiative wollen wir den Streuobstanbau im Land stärker koordinieren und die Vermarktung der Produkte unterstützen“, so Höfken. Mit dem Programm PAULa (Programm Agrar-Umwelt-Landschaft) fördert die Landesregierung zudem die Pflege, Bewirtschaftung sowie Neuanlage von Streuobstwiesen. Fledermaus, Steinkauz oder Grünspecht – in Streuobstwiesen finden allein in Rheinland-Pfalz über 400 seltene Arten einen Lebensraum. „In den Supermärkten werden nur eine Handvoll Sorten angeboten. Dabei gibt es schätzungsweise 3000 Apfelsorten in Deutschland gibt. Viele der Sorten kommen nur regional vor. Der Erhalt der Streuobstwiesen stellt also ein unschätzbares Reservoir an genetischer und auch kultureller Vielfalt dar“, so Höfken. Mit dem Verschwinden der Obstvielfalt gingen auch traditionelle Gerichte und ein Stück regionale Identität verloren. „Im Rahmen der LEADER-Initiative ‚Erfolgreich auf dem Land‘ wollen wir deshalb die Lokalen Aktionsgruppen ermutigen, neue Projekte zu entwickeln und den Austausch zwischen den Initiativen und Naturschutzverbänden intensivieren“, so die Ministerin.

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