„Tal total“ soll „total“ bleiben


Tal total mit neuem Gesicht?

Landessportbund kritisiert angedachtes Konzept

Mainz, 18.10.13. Der Landessportbund Rheinland-Pfalz (LSB) kritisiert die angedachte Konzeption von Tal total, bei der künftig nicht mehr das gesamte Obere Mittelrheintal für Freizeitsportler autofrei sein soll, sondern Besucher nur punktuell ungehindert Ausflugsziele im Weltkulturerbe ansteuern können. „Damit läuft eine der größten Breitensportveranstaltungen in unserem Land Gefahr, in der Versenkung zu verschwinden“, so LSB-Präsidentin Karin Augustin.

„Wir möchten allen Radfahrern, Inline-Skatern und Sportbegeisterten auch weiterhin die Möglichkeit geben, ihren Sport an diesem einen Sonntag zwischen Bingen und Koblenz ungehindert auszuüben. Die Breitensportler, die in der Vergangenheit aus ganz Rheinland-Pfalz zu Tal total kamen, sollen die Freiheit genießen, die Straßen „total“ für ihr Freizeitvergnügen zu nutzen. Schließlich hat der Landessportbund die Veranstaltung gerade unter diesem Aspekt 1992 mit aus der Taufe gehoben“, sagte Augustin weiter. Genauso wichtig ist es ihr, dass die Sportvereine der Region weiterhin die Möglichkeit erhalten, sich zu präsentieren und mit ihren Ständen und Verpflegungsangeboten Geld, beispielsweise für die Jugendarbeit, zu erwirtschaften.

Hintergrund der entfachten Diskussion war eine Pressemitteilung des Veranstalters Romantischer Rhein Tourismus GmbH, wonach die betroffenen Bundesstraßen künftig nur noch punktuell für den Radverkehr gesperrt werden sollen, um eine „Besucherlenkung“ zu erreichen. Diese würde vor allem die Gastronomen und Schifffahrtsbetreiber im Mittelrheintal erfreuen, die dem fehlenden Autoverkehr auch Rückgänge ihrer Einnahmen zuschreiben.

Fred Pretz, Präsident des Sportbundes Rheinland, unterstützt das Anliegen Augustins: „Wir freuen uns sehr auf Tal total, aber so, wie der jetzige Planungsstand läuft, verliert die Veranstaltung enorm an Attraktivität.“

Auch wenn die Veranstalter ihr neues Konzept damit bewerben, dass viele kompakte Veranstaltungen den gleichen Reiz ausüben könnten wie eine große, sieht der organisierte Sport in Rheinland-Pfalz die Gefahr, dass die geplante Aufsplittung auch das Ende der Großveranstaltung bedeuten könnte. „Wir  finden Tal total in seiner bisherigen Form sehr gut. Die jährlich 70.000 bis 80.000 Teilnehmer in der Vergangenheit sind ein klarer Beleg dafür, dass das bisherige Konzept stimmt“, sagte die LSB-Präsidentin.

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