Klimawirksame Stoffe vor allem in der Kühlung und der Medizin


Einsatz klimawirksamer Stoffe wieder rückläufig

Klimawirksame Stoffe vorwiegend als Treibmittel in der Medizin verwendet

Bad Ems, 19.10.13. Der Einsatz klimawirksamer Stoffe ist in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems wurden im Jahr 2012 rund 544 Tonnen derartiger Stoffe eingesetzt, das waren fast fünf Prozent weniger als im Jahr 2011. Gut 360 in Rheinland-Pfalz ansässige Unternehmen meldeten den Einsatz von mehr als 20 Kilogramm klimawirksamer Stoffe. Dazu gehören z. B. voll- und teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe, die eine potenzielle Wirkung auf die Erderwärmung haben. Sobald die Stoffe freigesetzt werden, sind sie deutlich klimaschädlicher als Kohlendioxid. Ihre Verwendung unterliegt deshalb besonderen Berichtspflichten. Der wichtigste Einsatzstoff war der teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoff Tetrafluorethan, der unter dem Handelsnamen R 134a bekannt ist. Auf diesen Stoff entfielen rund 81 Prozent der insgesamt verwendeten Menge. Ein wichtiger Einsatzschwerpunkt ist die Nutzung als Treibmittel bei der Herstellung von Aerosolen, zum Beispiel für medizinische Sprays. Außerdem wird R 134a häufig als Kältemittel in Klimaanlagen, z. B. in Pkw, genutzt. Zum Vergleich: In Deutschland wurden im Jahr 2011 (Ergebnisse für 2012 liegen noch nicht vor) knapp 10.100 Tonnen klimawirksame Stoffe verwendet. Der Schwerpunkt lag mit 7.500 Tonnen auf der Verwendung als Kühlmittel. Bundesweit war R 134a mit 6.900 Tonnen ebenfalls der wichtigste Einsatzstoff. Klimawirksame Stoffe weisen eine unterschiedliche Schädlichkeit auf. Um die Stoffe vergleichen zu können, erfolgt eine Umrechnung in CO2-Äquivalente. Diese ermöglicht eine Aussage, um wie viel stärker oder schwächer eine bestimmte Menge Treibhausgas im Verhältnis zu der gleichen Menge CO2 ist. Das CO2-Äquivalent für Tetrafluorethan liegt bei 1.300, d. h. R 134a ist rund 1.300 mal schädlicher als Kohlendioxid. Insgesamt betrug das CO2-Äquivalent der in rheinland-pfälzischen Unternehmen eingesetzten klimawirksamen Stoffe im Jahr 2012 rund 823.900 Tonnen (minus 5 Prozent). Der entsprechende Wert lag in Deutschland für das Jahr 2011 bei über 16,7 Millionen Tonnen. Die Daten stammen aus der Erhebung bestimmter klimawirksamer Stoffe. Einbezogen sind Unternehmen, die bestimmte klimawirksame Stoffe in Mengen von mehr als 20 Kilogramm pro Stoff und Jahr zur Herstellung, Instandhaltung, Wartung oder Reinigung von Erzeugnissen verwenden. Als klimawirksame Stoffe im Sinne dieser Erhebung gelten ausschließlich Fluorderivate der aliphatischen und cyclischen Kohlenwasserstoffe mit bis zu sechs Kohlenstoffatomen, insbesondere Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) und teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW) sowie Blends, die diese Stoffe enthalten.

Autor: Jörg Breitenfeld (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)

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