Biosphärenreservat Pfälzer Wald-Nordvogesen größtes zusammenhängendes Waldgebiet in Westeuropa


Biosphärenreservat Pfälzer Wald

Ulrike Höfken: Chance zur Neuaufstellung wahrnehmen

Mainz, 23.10.13. Das Ergebnis der turnusmäßigen Überprüfung des deutschen Teils des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen war Thema eines Gesprächs, das Umweltministerin Ulrike Höfken am Dienstag mit Martin Waldhausen, dem Vorsitzenden des MAB-Nationalkomitees beim Bundesumweltministerium führte. Themen des Austauschs waren unter anderem die Zonierung des Schutzgebiets, Trägerstruktur und Finanzen, die Zusammenarbeit mit Frankreich, der Ausbau der B10 und insbesondere die Nutzung für Windkraft. „In unserer Stellungnahme würdigen wir die in den vergangenen Jahren im Biosphärenreservat erzielten Fortschritte. Zugleich stellen wir fest, dass noch erhebliches Entwicklungspotenzial für die Region besteht, das es auszuschöpfen gilt“, sagte Martin Waldhausen. Höfken wies darauf hin, dass die Landesregierung die bestehenden Defizite bereits im vergangenen Jahr erkannt und deshalb die Region Pfälzerwald als eines der möglichen Gebiete für den ersten Nationalpark in Rheinland-Pfalz vorgeschlagen habe. „Wir bedauern, dass dies nicht realisiert werden konnte. Deshalb werden wir den Schutz der wertvollen Natur im Pfälzerwald und die damit verbundenen Chancen für die Regionalentwicklung und den Tourismus nun auf anderen Wegen vorantreiben“, sagte Höfken. Die aktuelle Umgestaltung der Trägerstruktur biete die Chance, das Biosphärenreservat in Zusammenarbeit mit Frankreich neu aufzustellen. In seinem Bericht hebt das MAB-Komitee hervor, dass das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Westeuropas umfasse. Es besitze als eines der letzten noch weitgehend unzerschnittenen europäischen Naturräume eine beeindruckende biologische Vielfalt von besonders hohem ökologischen Wert. Sorgen bereite dem Gremium, dass es in den kommenden Jahren zu einer weiteren Fragmentierung des Pfälzerwaldes kommen könne. Damit würde die Repräsentativität des Biosphärenreservats als eines der wesentlichen Anerkennungskriterien in Frage gestellt. „Hier nennt das Komitee den Ausbau der B 10, die Zunahme des Siedlungsbaus im Außenbereich aber auch den Ausbau der Windkraft“, so Höfken. Die Landesregierung sei den 2012 ausgesprochenen Empfehlungen des MAB-Komitees zur nachhaltigen Nutzung von Windkraftanlagen in Biosphärenreservaten gefolgt. „Bei der Fortschreibung des LEP IV wurde neben der Kern- und Pflegezone des Biosphärenreservats im Pfälzerwald auch der Haardtrand für Windkraft tabu erklärt. Vorhaben in den restlichen Gebieten unterliegen einer eingehenden naturschutzfachlichen Prüfung“, betonte die Ministerin. Neu sei, dass das MAB-Komitee in seinem nun vorliegenden Bericht eine Sonderregelung für den Pfälzerwald empfehle: Demnach sollte wegen der herausragenden Bedeutung von unzerschnittenen Waldgebieten auf eine Windkraftnutzung im unzerschnittenen bewaldeten Teil der Entwicklungszone verzichtet werden. Vor dem Hintergrund dieser neuen Empfehlung hat Ministerin Höfken mit Martin Waldhausen eine weitere Zusammenarbeit vereinbart. Die Situation soll an konkreten Fallbeispielen diskutiert werden. Höfken: „Dabei möchten wir bei Windkraftprojekten die enge Kooperation der Kommunen untereinander sowie die Einbeziehung der Bürger und Bürgerinnen erreichen.

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