Ersatkassen kritisieren „unerklärliche“ Zunahme von minimalinvasiven Herzoperationen


Mehr Qualität bei neuen Methoden

Verband der Ersatzkassen kritisiert Zunahme bei Herzeingriffen

Mainz, 29.11.13. Die Ersatzkassen warnen vor einer medizinisch nicht mehr erklärbaren Ausweitung der kathetergestützten Aortenklappenimplantationen (TAVI), einem speziellen minimalinvasivem Eingriff am Herzen. „Die Behandlung sollte nur von Kliniken ausgeführt werden, die eine Qualitätsvereinbarung mit den Krankenkassen geschlossen haben“, betont Martin Schneider, Leiter der vdek-Landesvertretung Rheinland-Pfalz. Ziel ist es, die Patienten vor Gefahren durch unnötige Operationen wie auch vermeidbare Komplikationen bzw. schlechte Qualität zu schützen. Derzeit gibt es mit zwei Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz solche Qualitätsvereinbarungen, drei weitere werden derzeit abgeschlossen. Die TAVI ist eine alternative Behandlungsmethode speziell für Patienten mit einer schweren Aortenklappenverengung, die aufgrund ihres Alters und ihrer Begleiterkrankungen für eine Operation am offenen Herzen nicht mehr infrage kommen. Die Zahl der Eingriffe mit der neuen Kathetertechnik stieg bundesweit innerhalb von fünf Jahren von 529 auf 9.685 im Jahr 2012. Demgegenüber nahmen die Operationen im herkömmlichen Verfahren (herzchirurgischer Aortenklappenersatz) mit knapp acht Prozent nur geringfügig ab. Die Ersatzkassen haben in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) eine Qualitätsvereinbarung auf Basis von Empfehlung der nationalen und internationalen Fachgesellschaften in Europa und den USA abgestimmt. Diese sehen eine sorgfältige und interdisziplinäre Indikationsstellung von Kardiologen und Herzchirurgen vor. Mit Krankenhäusern, die die TAVI als Leistung anbieten wollen, wird eine solche Qualitätsvereinbarung geschlossen. Sie enthält außerdem weitere wichtige strukturelle Anforderungen. So muss jedes Krankenhaus, das TAVI anbieten will, eine Fachabteilung für Herzchirurgie haben. Denn wenn es zu Komplikationen bei der Durchführung der TAVI kommt, hilft in den meisten Fällen nur eine gut organisierte und erfahrene Fachabteilung für Herzchirurgie, die den Patienten rettet. Dass 2012 bundesweit immerhin 18 Krankenhäuser TAVI ohne Fachabteilung für Herzchirurgie durchgeführt haben, ist für die Ersatzkassen nicht akzeptabel. Zu begrüßen sei daher auch die Ankündigung im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD auf Bundesebene, das Thema Qualität im Krankenhaus in der nächsten Legislaturperiode zu einem der politischen Schwerpunktthemen zu machen, so Martin Schneider.

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