Einkommenszuwachs in Rheinland-Pfalz im Jahre 2011


Verfügbares Einkommen 2011 deutlich gestiegen

Durchschnittlich 20.712 Euro pro Einwohner

Bad Ems, 06.12.13. Im Jahr 2011 ist das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte in Rheinland-Pfalz deutlich gestiegen. Mit insgesamt knapp 82,9 Milliarden Euro lag der Wert nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems rund 2,4 Milliarden Euro oder 3 Prozent über dem des Vorjahres. Da sich die Einwohnerzahl des Landes gegenüber 2010 leicht verringerte, nahm der Pro-Kopf-Wert noch etwas stärker zu (plus 3,2 Prozent). Im Landesdurchschnitt standen jedem Einwohner 20.712 Euro für Konsumzwecke oder zum Sparen zur Verfügung. In den rheinland-pfälzischen Landkreisen lag das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte je Einwohner höher als in den kreisfreien Städten. So verfügte jeder Einwohner der 24 Landkreise im Jahr 2011 durchschnittlich über 21.149 Euro, in den zwölf kreisfreien Städten waren es 19.446 Euro. Unter den Landkreisen erreichte Mainz-Bingen mit 24.794 Euro das höchste Pro-Kopf-Einkommen, während im Landkreis Kusel je Einwohner durchschnittlich 18.843 Euro zur Verfügung standen. Bei den kreisfreien Städten reichte die Spanne von 23.419 Euro in Speyer bis 17.529 Euro in Ludwigshafen am Rhein. Seit dem Jahr 2000 stieg das Pro-Kopf-Einkommen in den Landkreisen im Mittel stärker (plus 32 Prozent) als in den kreisfreien Städten (plus 23 Prozent). Beeinflusst wird diese unterschiedliche Entwicklung nicht nur durch die Veränderung des verfügbaren Einkommens selbst (kreisfreie Städte: plus 25 Prozent, Landkreise: plus 30 Prozent), sondern auch durch die der Einwohnerzahl. So ist die Bevölkerung in der Gesamtheit der kreisfreien Städte im Zeitraum von 2000 bis 2011 gestiegen (plus 1,9 Prozent), insbesondere durch deutliche Zunahmen in den Universitätsstädten Mainz, Trier und Landau, während die Einwohnerzahl in der Summe der Landkreise zurückging (minus 1,6 Prozent). Den stärksten Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens gegenüber dem Jahr 2000 erzielte unter den Städten Speyer mit 43 Prozent, gefolgt von Trier mit 31 Prozent. Dagegen nahm das Einkommen je Einwohner in Mainz nur um gut 17 Prozent zu. Ein Grund für diesen vergleichsweise schwachen Anstieg ist die Einführung der Zweitwohnsitzsteuer im Jahr 2005. Vor allem viele Studenten wandelten damals ihren Nebenwohnsitz in einen Hauptwohnsitz um; dadurch stieg die Bevölkerungszahl der Landeshauptstadt deutlich an. Die höchsten Zuwachsraten unter den Landkreisen verzeichnete Trier-Saarburg mit 40 Prozent, es folgen der Eifelkreis Bitburg-Prüm (plus 39 Prozent) und Bernkastel-Wittlich (plus 37 Prozent). Diese Kreise liegen – wie auch die Stadt Trier – im Einzugsbereich von Luxemburg. Da immer mehr Menschen aus den grenznahen Gebieten dorthin zur Arbeit pendeln, profitiert die Region von der dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung des Großherzogtums. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte umfasst sämtliche empfangenen Erwerbs- und Vermögenseinkommen einschließlich der empfangenen laufenden Übertragungen (wie Renten, Arbeitslosengeld usw.) und abzüglich der geleisteten laufenden Übertragungen (vor allem direkte Steuern und Sozialbeiträge). Es entspricht damit dem Einkommen, das den privaten Haushalten letztlich zufließt und das sie für Konsum- oder Sparzwecke verwenden können. Die Ergebnisse basieren auf der VGR-Revision 2011. Sie sind abgestimmt auf den Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes von August 2012. Revidierte Ergebnisse liegen für die Jahre 2000 bis 2011 vor. Da die Regionalisierung eine Vielzahl an statistischen Basisinformationen erfordert und durch die Überarbeitung der Zeitreihe im Rahmen der Revision, liegen die Kreisergebnisse erst mit einer Zeitverzögerung von knapp zwei Jahren vor. Nähere methodische Erläuterungen und Ergebnisse für alle kreisfreien Städte und Landkreise in Deutschland enthält die neu erschienene Gemeinschaftsveröffentlichung Reihe 2 Band 3 des Arbeitskreises »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder«.

Die Veröffentlichung steht im Internet unter der Adresse http://www.statistik.rlp.de/wirtschaft/volkswirtschaftliche-gesamtrechnungen/statistische-berichte/ kostenfrei zur Verfügung.

Autor: Werner Kertels (Referat Gesamtrechnungen, Arbeitsmarkt)

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