Brückenpreisträger schaffen Vorbildliches


Verleihung des BrückenPreises 2013 Malu Dreyer: Dank für gute Ideen und großes Engagement Mainz, 07.12.13 „Engagement leben, Brücken bauen, Integration stärken in Zivilgesellschaft und Kommunen in Rheinland-Pfalz“ – Unter diesem Motto hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer den BrückenPreis an sechs Projekte und Vereine verliehen, die sich um den Dialog verdient gemacht haben. Die Ministerpräsidentin würdigte die Preisträger bei einer Feierstunde in der Staatskanzlei. „Die Initiativen, die heute ausgezeichnet werden, leben von den Ideen, der Kreativität und dem Engagement von Menschen. Ihnen wollen wir Dank sagen und ihre Arbeit öffentlich würdigen. Auf diese Weise werden zudem gute Ideen und neue Ansätze sichtbar und laden zur Nachahmung ein“, sagte die Ministerpräsidentin. Der BrückenPreis stelle dabei eine Seite des Ehrenamtes in den Mittelpunkt, die ihr besonders wichtig sei. Malu Dreyer: „Bürgerschaftliches Engagement stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Es verbindet Menschen und baut Brücken zwischen verschiedenen Gruppen und Lebenswelten. Es ist damit ein wichtiger Faktor gesellschaftlicher Integration.“ Eine fachkundige Jury hatte die schwierige Aufgabe, aus den 97 Bewerbungen die diesjährigen Preisträger zu bestimmen. Gefragt wurde nach den erzielten Integrationseffekten, nach der Modellhaftigkeit der Projekte, aber auch nach der Anzahl der freiwillig Engagierten und den erreichten Adressaten. Neben einer symbolischen Brücke erhalten die Preisträger zur Unterstützung ihres Engagement 2.000 Euro. „Allen Projekten, auch denjenigen, die heute nicht ausgezeichnet werden, sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt, für die Bewerbung sowie ihre Arbeit vor Ort“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Kategorie „Bürgerschaftliches Engagement von Menschen mit und ohne Behinderung“; Preisträger: „Rolling Devils“, die Rollstuhl-Basketball-Abteilung des 1. FCK Kaiserslautern Die „Rolling Devils“ sind ein „normaler“ Sportverein. Und doch sind sie in Vielem ganz anders. Hier wird Rollstuhl-Basketball betrieben. Dabei wird Integration ganz praktisch gelebt, jedoch auf andere Art und Weise. Hier integrieren sich Menschen ohne Behinderung in die Welt der Menschen mit Behinderung, nicht umgekehrt. Gäste, egal ob behindert oder nicht behindert, sind beim Training und den Spielen stets willkommen. Rollstühle stehen immer bereit und jeder, der mitmachen will, kann ganz normal mittrainieren – im Rollstuhl. Dies hat sich herumgesprochen und ist auf großes Interesse gestoßen. Und so werden die Rolling Devils häufig für gemeinsame Projekte, Veranstaltungen und Mitmachaktionen angefragt, an denen sie sich gern beteiligen: Im Rahmen des schulischen Sportunterrichts, von Fortbildungen oder bei Aktionen wie zum Beispiel den Special Olympics stellen sie sich und den Rollstuhl-Basketball vor und laden zum Mitspielen ein. Kategorie „Bürgerschaftliches Engagement von Deutschen und Migrantinnen/Migranten“; Preisträger: Verein „Kultur Rhein-Neckar e.V.“ Der „Kultur Rhein-Neckar e.V.“ wurde 1995 gegründet. Anliegen war zunächst der deutsch-russische Kulturaustausch im Rahmen des Projekts „Quattrologe“. Über 100 Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und Russland haben seither in unterschiedlichsten Kulturprojekten zusammengearbeitet. Hiervon ausgehend hat sich der Verein zu einem wichtigen Forum entwickelt, das Transkulturalität fördert. Dies geschieht insbesondere durch kulturelle Projekte, die die Chancen der Migrationsgesellschaft und der Globalisierung aufzeigen. So lädt der Verein zu Dialogen zwischen Künstlern und Kunstfreunden ein, veranstaltet außergewöhnliche Events, setzt sich kontinuierlich mit kulturpolitischen Themen auseinander und sorgt für reale Begegnungen zwischen den Kulturen. Kategorie „Bürgerschaftliches Engagement in grenzüberschreitender Zusammenarbeit“; Preisträger: „Amicale des Maires“ Die „Amicale des Maires“ ist eine Vereinigung der Bürgermeister der Ver-bandsgemeinde Bad Bergzabern und der Kantone Wissembourg und Lauterbourg. 1998 gegründet ist die Vereinigung der Bürgermeister zu einer lebhaften und besonders engagierten Gruppe zusammengewachsen, die sich für die grenzüberschreitende Region einsetzt. Sie fördern das gegenseitige Kennenlernen, unternehmen gemeinsam Informationsreisen nach Deutschland und Frankreich, unterstützen sich gegenseitig bei Veranstaltungen, fördern Tourismus, Kultur und Kunst über die Grenze hinweg. Besonders hervorzuheben ist die grenzüberschreitende Wasserver- und -entsorgung, die gemeinsame Nutzung des Hallenbades in Bad Bergzabern und des “relais culturel“ in Wissembourg. Kategorie „Bürgerschaftliches Engagement gegen soziale Benachteiligung, Ausgrenzung und Diskriminierung“; Preisträger: Projekt „Rückenwind – Hilfen für Angehörige Inhaftierter“ in Wittlich; Träger ist der Katholische Verein für soziale Dienste Trier e.V. Wird der Partner, Vater, Sohn oder Bruder inhaftiert, gerät für viele Angehörige die Welt aus den Fugen. Konsequenzen der Haft sind starke soziale, psychische und finanzielle Belastungen für die Angehörigen. Sie haben Schuldgefühle, sie werden plötzlich von Freunden, Nachbarn und Kollegen gemieden, sind verunsichert, weil sie keine Kenntnisse über Regelungen und Abläufe des Strafvollzugs haben, schämen sich, haben Angst vor Stigmatisierung und Diskriminierung und sind einsam. Unter der Trägerschaft des SKM – Katholischer Verein für soziale Dienste Trier e.V. wurde im Oktober 2010 im Rahmen eines Modellprojektes in der Nachbarschaft der Justizvollzugsanstalt und Jugendstrafanstalt Wittlich die Einrichtung „Rückenwind“ ins Leben gerufen. Sie hat sich in den vergangenen drei Jahren zu einer wichtigen und helfenden Besucherkontaktstelle, Beratungs- und Anlaufstelle für Angehörige von Inhaftierten entwickelt. Rückenwind unterstützt die betroffenen Angehörigen in Form von „Hilfe zur Selbsthilfe“ mit dem Ziel, ihnen in der schwierigen Zeit der Inhaftierung beizustehen und sie zu einer selbstständigen Lebensführung zu befähigen. Kategorie „Bürgerbeteiligung und gesellschaftliche Partizipation“; Preisträger: Ortsgemeinde Wawern/Saar mit ihrem Senioren- und behindertengerechten Zukunftskonzept: Vor knapp zwei Jahren hat die Ortsgemeinde Wawern ein neues Zukunftskonzept für ihr Dorf erarbeitet. Darin erteilte die Kommune einem weiteren, unbegrenzten Wachstum sowie dem Bestreben nach weiteren Ansiedlungen von Gewerbegebieten eine deutliche Absage und legte neue Prioritäten fest. Sie setzte auf einen sanften Tourismus und eine senioren- und behindertengerechte Gestaltung der Ortsgemeinde. Das Gemeinschaftswesen im Dorf sollte durch gemeinde- und vereinsübergreifende Initiativen gefördert werden. Auch die Dorfgeschichte mit ihrer besonderen jüdischen Vergangenheit sollte dabei aufgearbeitet und lebendig gehalten werden. Mit dem Zukunftskonzept wurden neue Schwerpunkte gesetzt. Hierzu zählten insbesondere die Einrichtung eines Seniorentreffs und eines Dorfgemeinschaftshauses, der Bau einer behindertengerechten, barrierefreien Toilette für die Synagoge, den Dorfplatz und den Seniorentreff, der Einbau einer behindertengerechten Toilette im Bürgerhaus, die Herrichtung eines Mehrgenerationen-Fitness-Parks sowie der Bau eines „Seniorenspielplatzes“ mit Fitnessgeräten speziell für Senioren. Kategorie „Strukturen und Modelle der Engagementförderung vor Ort“; Preisträger: Caritasverband Rhein-Wied-Sieg e.V. mit seinem Projekt „MeMe – Medico-Mentoren/innen“ Gesundheitliche Probleme können jeden treffen, ganz gleich welchen Alters, Geschlechts oder welcher Herkunft. Wenn zu den gesundheitlichen Problemen Verständigungsschwierigkeiten hinzukommen, dann muss ganz spezielle Hilfe her. Dies ist der Ansatz des Projekts MeMe und der Medico-Mentoren. Die Medico-Mentoren, Gesundheitsberater, haben selbst einen Migrationshintergrund. Sie stehen ihren Landsleuten ehrenamtlich zur Seite, wenn es um ihr Wohlbefinden und ihre gesundheitlichen Belange geht. So dienen sie als Ansprechpartner und Kontaktperson zu Ärzten, Einrichtungen und Behörden, wenn sprachliche und kulturelle Hürden zu überwinden sind. Sie informieren, beraten und begleiten, sie sorgen für Informationsweitergabe und Austausch zwischen den Migrantinnen und Migranten und den Ärzten und Einrichtungen des Gesundheitssystems. Senioren, Angehörige, grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Malu Dreyer

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