Gedenken an Genozid in Ruanda


Gedenken an den Genozid vor 20 Jahren

Dreyer/Lewentz: Rheinland-Pfalz ist Ruanda eng verbunden

Mainz, 03.04.14. Vor 20 Jahren, am Abend des 6. April 1994, eskalierten die politischen und ethnischen Spannungen innerhalb Ruandas in einer Welle unmenschlicher Gewalttaten. Innerhalb von rund 100 Tagen fielen dem Völkermord mindestens 500.000, möglicherweise auch mehr als eine Million Menschen zum Opfer. Mit Blick auf die Gräueltaten vor 20 Jahren sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Die internationale Gemeinschaft der Staaten hat damals eklatant versagt. Viel zu spät hat die Welt begriffen, dass es sich bei dem, was geschah, nicht um einen sogenannten ‚Stammeskonflikt‘ gehandelt hat, sondern um einen grausamen Völkermord. Und viel zu spät haben die internationalen Organisationen eingegriffen. Für dieses Versagen stehen wir alle bis heute in der Schuld der Menschen in Ruanda“, sagte Dreyer. Bei der zentralen Gedenkfeier in der ruandischen Hauptstadt Kigali am kommenden Montag wird Innenminister Roger Lewentz das Land Rheinland-Pfalz vertreten, das Ruanda seit mehr als 30 Jahren in einer intensiven Entwicklungspartnerschaft verbunden ist. Der Minister sagte vor seiner Abreise nach Kigali, dass die Erinnerung an das Grauen von 1994 notwendiger Bestandteil der langfristigen Versöhnung zwischen Opfern und Tätern des Genozids sei: „Ruanda befindet sich bis heute in einem sehr konstruktiven Prozess der Aufarbeitung. Zum ehrlichen Umgang mit der mörderischen Barbarei von 1994 gehört, dass die Toten nicht vergessen werden. Sie zu ehren ist wichtig, damit die Familien der Opfer die Möglichkeit bekommen, eines Tages wahrhaft zu verzeihen und ihren Frieden zu machen“, sagte Lewentz. Im Rahmen der Partnerschaft mit Ruanda unterstütze Rheinland-Pfalz wo immer möglich die Versöhnung in dem afrikanischen Land, sagten die Ministerpräsidentin und der Minister: „Die Menschen in Rheinland-Pfalz, die sich für und in Ruanda engagieren, sind immer wieder betroffen und berührt von den grauenvollen Geschehnissen der Vergangenheit. Zu sehen, dass das Bemühen um eine friedliche und versöhnliche Zukunft für die Menschen in Ruanda Schritt für Schritt Erfolg hat, ist sicherlich für Viele hier ein Ansporn, diese Graswurzelpartnerschaft intensiv zu leben. Wir alle sind dankbar für dieses Engagement“, so Dreyer und Lewentz.

This entry was posted in Allgemein and tagged , , , , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.