Elektronische Gesundheitskarte für Flüchtlinge jetzt auch in Kusel


Gesundheitliche Versorgung

Start der elektronischen Gesundheitskarte für Flüchtlinge in Kusel

Der Kreistag des Landkreises Kusel hat am 15. März die Einführung der
elektronischen Gesundheitskarte für Flüchtlinge ab dem 1. Juli 2017
befristet auf
ein Jahr beschlossen. „Ich freue mich, dass der Landkreis Kusel als
erster Landkreis in Rheinland-Pfalz die eGK für Flüchtlinge einführen
wird“, erklärte
Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

Asylsuchende mit Schmerzzuständen und akuten Erkrankungen können mit der
Gesundheitskarte direkt in eine Praxis gehen und einen Arzt aufsuchen”,
so Bätzing-Lichtenthäler.

„Die Kreisverwaltung ermöglicht den Menschen damit einen
diskriminierungsfreien und schnellen Zugang zur medizinischen Versorgung.“

Die Einschränkung der medizinischen Versorgung für Flüchtlinge gegenüber
den Leistungen für gesetzlich Krankenversicherte ist im
Asylbewerberleistungsgesetz
geregelt und wird weiterhin Bestand haben. Die Vereinbarungspartner
haben vor diesem Hintergrund gemeinsam einen Leistungsumfang definiert,
der die Bedürfnisse der Flüchtlinge und die Einhaltung der gesetzlichen
Vorgaben berücksichtigt und zugleich ein möglichst unbürokratisches
Verfahren der Leistungsgewährung festlegt. „Der Landkreis Kusel stellt
sich gerne zur Erprobung der elektronischen Gesundheitskarte für
Asylbewerber zur Verfügung. Nach der Testphase von einem Jahr wird sich
zeigen, ob das Verfahren sinnvoll und erfolgreich ist“, erläuterte
Landrat Dr. Winfried Hirschberger die Entscheidung des Landkreises.

Bereits Anfang 2016 hatte das Ministerium für Soziales, Arbeit,
Gesundheit und Demografie mit den Gesetzlichen Krankenkassen eine
Rahmenvereinbarung zur
Einführung einer eGK für Flüchtlinge abgeschlossen. Für die
Kreisverwaltung Kusel ist der Partner auf Seiten der gesetzlichen
Krankenkassen die DAK-Gesundheit.
„Die Bewältigung der Zuwanderung ist eine gesellschaftliche
Herausforderung, der wir uns stellen“, erklärte Horst Braner von der
DAK-Gesundheit in Rheinland-Pfalz.
„Mit unserer Kompetenz als bundesweite Krankenkasse unterstützen wir den
Landkreis Kusel und entlasten bei Verwaltungsaufgaben.“

Auch die Ärzteschaft begrüßt die Vereinfachung der Verwaltungsabläufe,
denn zuvor mussten die Behandlungsscheine der Asylsuchenden in den
Praxen in der
Regel per Hand ausgefüllt werden. Die Rahmenvereinbarung ist unter
Beteiligung der rheinland-pfälzischen Kassenärztlichen und
Kassenzahnärztlichen Vereinigung
entstanden.

Den Landkreisen und kreisfreien Städten steht seither ein Angebot zum
Beitritt zu dieser Vereinbarung offen. Die Stadt Trier ist als erste
rheinland-pfälzische
kreisfreie Stadt der Rahmenvereinbarung zum 1. Januar 2017 beigetreten.
Die Kreisverwaltung Kusel folgt nun zum 1. Juli 2017.

„Ich hoffe, dass von der Einführung der Gesundheitskarte für Flüchtlinge
eine Signalwirkung für den Rest des Landes ausgeht und auch andere
Kreise und kreisfreien
Städte dem Beispiel von Trier und Kusel folgen werden und sich für die
Einführung einer eGK für Flüchtlinge entscheiden. Das Ministerium für
Soziales,
Arbeit, Gesundheit und Demografie bietet allen Kommunen Unterstützung
bei der Einführung der Karte an“, so Bätzing-Lichtenthäler.

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