Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen


Rheinland-Pfalz: Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen nehmen zu

Mainz 28. März 2017. Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen im
Land nehmen zu. Dies teilt die rheinland-pfälzische Landesvertretung der
Techniker
Krankenkasse (TK) mit und bezieht sich dabei auf Daten des aktuellen
TK-Gesundheitsreports. Nahezu drei Tage (2,7) blieben Rheinland-Pfälzer
im vergangenen Jahr aufgrund psychischer Beschwerden der Arbeit fern.
Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es noch rund 1,5 Tage. Seither sind
die psychisch bedingten Fehlzeiten in Rheinland-Pfalz kontinuierlich
angestiegen. Insgesamt ergab sich so eine Steigerung von etwa 44 Prozent.

„Dieser Anstieg ist multifaktoriell bedingt. Eine maßgebliche Rolle
spielt beispielsweise die demografische Entwicklung. In unserer
Gesellschaft leben immer mehr ältere Menschen. Gerade sie sind häufig
von Depressionen betroffen“, betont Jörn Simon, Leiter der
rheinland-pfälzischen Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK).
Darüber hinaus haben gezielte Aufklärungsarbeit, aber auch traurige
Ereignisse wie der depressionsbedingte Selbstmord des Fußballers Robert
Enke, zu einer zunehmenden Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen
geführt. Diese gestiegene gesellschaftliche Akzeptanz trägt ebenfalls zu
höheren Fallzahlen bei, da Menschen sich häufiger trauen, ihre
Beschwerden zu thematisieren.

Darüber hinaus kann auch chronischer Stress psychische Beschwerden
verursachen. „Eine aktuelle Forsa-Untersuchung zum Thema ‚Stress‘ im
Auftrag der TK hat hierbei gezeigt, dass die eigene Haltung erheblich
zur Entstehung von psychischem Druck beitragen kann“, ergänzt der
TK-Landeschef. So gaben 40 Prozent der Befragten in Rheinland-Pfalz,
Hessen und im Saarland an, dass sie sich durch ‚hohe Ansprüche an sich
selbst‘ gestresst fühlten. 38 Prozent der Interviewten nannten als
Stressoren ‚Schule, Studium und Beruf‘. Im beruflichen Kontext zehre vor
allem ein hohes Arbeitspensum, ständige Erreichbarkeit und Überstunden
am Nervenkostüm der Menschen“, so Simon. Schon die Erarbeitung eines
günstigen Verhaltensrepertoires bei Stress, so ist der TK-Landeschef
überzeugt, helfe maßgeblich dabei, psychischen Erkrankungen vorzubeugen.

Seit drei Jahren bietet die TK ihren Versicherten eine Online-Beratung
zur Behandlung von Depressionen an. Dieses digitale Konzept wird sehr
gut angenommen.

Im Zuge des Programms können sich die Teilnehmer strukturierte Übungen
und Hilfestellungen zur Bewältigung von Depressionen aneignen.
Und schließlich hat auch der Gesetzgeber durch umfassende Reformen
hinsichtlich der psychotherapeutischen Versorgung, die Voraussetzungen
dafür geschaffen, dass Patienten zeitnah einen niederschwelligen Zugang
zu entsprechenden Versorgungsangeboten erhalten können. Die
vertragsärztlichen Psychotherapeuten in Rheinland-Pfalz werden dann
unter anderem telefonisch besser erreichbar sein und eine wöchentliche
Sprechstunde anbieten.

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