Biogasanlage Zemmer gerüstet für bedarfsorientierte und flexible Betriebsweise


SGD Nord: Biogasanlage Zemmer (Landkreis Trier Saarburg) – gerüstet für
flexible und bedarfsorientierte Betriebsweise

Aktuell informierte sich Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der Struktur-
und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord über die erweiterte Biogasanlage in
Zemmer (Landkreis Trier-Saarburg). Die SGD Nord ist für alle größeren
Anlagen im nördlichen Rheinland-Pfalz Zulassungs- und Überwachungsbehörde.

„Eine Aufgabe der SGD Nord ist es, die Zulassungen von Biogasanlagen an
einen flexiblen Einsatz anzupassen, um Schwankungen bei den Quellen Wind
und Sonne im Bereich der erneuerbaren Energien auszugleichen. Am
Standort Zemmer hat die SGD Nord die flexible Stromproduktion bereits
seit 2015 genehmigt. Der produzierte Strom mit einer elektrischen
Leistung von rund 1.500 Kilowatt wird angepasst an die Nachfrage in das
Stromnetz eingespeist“, so SGD Nord Präsident Dr. Ulrich Kleemann.

Die Biogasanlage am Standort Zemmer wurde im Jahr 2007 von der SGD Nord
genehmigt. In der großen Anlage mit einer täglichen Durchsatzkapazität
von rund
90 Tonnen und einer Produktionskapazität von rund 5 Millionen
Normkubikmeter Rohgas pro Jahr, sind Rindergülle, Festmist und
nachwachsende Rohstoffe wie
Maissilage, Grassilage und Ganzpflanzensilage als Einsatzstoffe zugelassen.

Das in der Biogasanlage erzeugte Biogas wird in drei
Blockheizkraftwerken (BHKW) am gleichen Standort verbrannt. Diese
verfügen zusammen über eine Feuerungswärmeleistung von rund 3,6
Megawatt. Die produzierte elektrische Energie wird in das öffentliche
Versorgungsnetz eingespeist. Zudem wird ein Teil des erzeugten Biogases
an ein sogenanntes Satelliten- BHKW am Standort des benachbarten
Schönfelderhofes, einer (psychiatrischen) Einrichtung der Barmherzigen
Brüder Trier gGmbH, zur Strom- und Wärmeerzeugung weitergeleitet.

Die Abwärme der Blockheizkraftwerke wird neben der Beheizung des
Schönfelderhofes zur Bereitstellung der erforderlichen Prozesswärme und
zur Brennholztrocknung genutzt. Als Betriebsteile der Biogasanlage
werden ein Gülle- und Gärrestlager sowie ein Gasspeicher für Biogas
betrieben.

Zum 1. Januar 2017 trat das grundlegend umgestaltete
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft. Insbesondere für Betreiber
von Biogasanlagen bedeutet dies eine Umstellung. Um den wirtschaftlichen
Erfolg zu sichern, müssen Betreiber planen, wie ihre Anlagen in Zukunft
und nach Ablaufen der ersten EEG-Förderperiode weiter geführt werden
können. Rheinland-Pfalz sieht dabei in der flexiblen und
bedarfsorientierten Betriebsweise eine Zukunftsperspektive und weist der
Bioenergie bei der Wärmewende eine wichtige Rolle zu. Im Norden von
Rheinland-Pfalz werden rund 130 Biogasanlagen betrieben.

Genehmigungsrechtliche Fragen spielen in diesem Kontext eine wichtige
Rolle.

Weitere Informationen unter
www.sgdnord.rlp.de

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