Test auf Hepatitis E auf alle Blutspenden


Test auf Hepatitis-E-Virus bei allen Blutspenden

Transfusionszentrale der Universitätsmedizin Mainz erhöht die Sicherheit
der Blutpräparate

(Mainz, 08. Mai 2017, ok) Verunreinigtes Wasser oder kontaminiertes
Schweinefleisch können Quellen für eine Erkrankung durch
Hepatitis-E-Viren (HEV) sein
– gleiches gilt für eine Blutspende: HEV werden laut dem sogenannten
Hämovigilanzbericht des Paul-Ehrlich-Instituts in Langen selten, aber
dennoch regelmäßig über Transfusionen weitergegeben. Zwar führt eine
HEV-Erkrankung in den wenigsten Fällen zu nennenswerten
Krankheitssymptomen doch beispielsweise bei Menschen mit einem
geschwächten Immunsystem kann sie chronische Leberschäden hervorrufen.
Um für die Empfänger von Blutspenden die Sicherheit deutlich zu erhöhen,
untersucht die Transfusionszentrale der Universitätsmedizin Mainz jetzt
alle Blutspenden zusätzlich auch auf HEV.

„Es besteht seitens der zuständigen Behörde gegenwärtig keinerlei
Verpflichtung, Spenderblut auf Hepatitis-E-Viren zu überprüfen. Dennoch
tun wir es, und
das hat einen ganz einfachen Grund: Wir wollen mögliche Komplikationen
einer HEV-Infektion bis hin zum Leberversagen für die Empfänger von
Blutpräparaten
weitestgehend ausschließen“, sagt der Direktor der Transfusionszentrale
der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Walter Hitzler.

Bei einem gesunden Menschen ist der Krankheitsverlauf eher harmlos. Zum
Kreis der Risikopatienten, für die eine HEV-Infektion gefährlich werden
kann, zählen unter anderem Menschen mit einer Vorerkrankung der Leber
oder einem geschwächten Immunsystem. Hier kann eine HEV-Infektion eine
akute oder eine chronische Hepatitis nach sich ziehen. Auch kann das HEV
für Schwangere sehr gefährlich werden. Eine der gravierendsten Folgen
ist die Leberzirrhose, an der in Deutschland nach Informationen der
Gesundheitsberichterstattung des Bundes ( www.gbe-bund.de)
in Deutschland jährlich etwa 20.000 Menschen sterben.

Nach Überzeugung von Prof. Hitzler zahlt sich die Untersuchung auf HEV
für Empfänger von Blutpräparaten definitiv aus: „Die HEV-Testung führt
zu einem großen Sicherheitsgewinn. Denn aktuell können wir wöchentlich
bei zwei bis drei Blutspendern nachweisen, dass sie das
Hepatitis-E-Virus in sich tragen.“ Aber
nicht nur die Empfänger von Blutpräparaten profitieren von der
HEV-Testung. „Es ist gleichzeitig ein Gesundheitsschutz für die Spender,
weil sie erfahren,
dass sie Träger des Hepatitis-E-Virus sind“, so Prof. Hitzler.

In Deutschland nimmt die Anzahl der jährlich gemeldeten HEV-Infektionen
übrigens seit einigen Jahren kontinuierlich zu. Laut Robert
Koch-Institut lässt
sich dieser Umstand allerdings nicht auf eine tatsächliche Steigerung
der Erkrankungszahlen beim Menschen zurückführen. Ursächlich hierfür sei
vielmehr
eine erhöhte Aufmerksamkeit der Ärzteschaft, häufigere Diagnostik und
der Einsatz sensitiverer diagnostischer Tests.

Universitätsmedizin Mainz

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