Telemedizinischer Versuch für Lungentherapie


Telematik zur gesundheitlichen Versorgung

Telemedizin für eine gesunde Lunge – innovatives Projekt startet in
Rheinland-Pfalz

Mit Unterstützung der Initiative Gesundheitswirtschaft des Landes
Rheinland-Pfalz wird eine App zur innovativen Gesundheitsversorgung in
der Region Koblenz unter Einbeziehung der Region Mittelrhein-Westerwald
erprobt. Das Gesundheitsministerium hat diese neue Versorgungsform für
Bürgerinnen und Bürger mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung
(COPD) und Asthma initiiert. Das Start-up-Unternehmen Qurasoft GmbH in
Koblenz und seine Projekt-Partner erhalten für das am 1. Juni 2017
startende Projekt „Rheinland-Pfalz atmet durch! Telemedizin für eine
gesunde Lunge“ eine Förderung von knapp 300.000 Euro aus Landesmitteln.
120 lungenkranke Patientinnen und Patienten werden mit der „Asthma
Plus-App“ sowie einem tragbaren Lungenmessgerät ausgestattet und durch
eine lungenfachärztliche Schwerpunktpraxis in Koblenz betreut. Die
Universität Koblenz-Landau ist die Geburtsstätte der Qurasoft und wird
das Projekt unter der Leitung von Professor Dr. J. Felix Hampe
wissenschaftlich begleiten.

Allein in Deutschland leiden fast fünf Millionen Menschen unter COPD.
Asthma bronchiale und COPD sind für die Betroffenen mit hohen Einbußen
an Lebensqualität verbunden. Gerade in ländlichen Bereichen müssen
Betroffene häufig weite Wege zum Facharzt zurücklegen. Mit dem Projekt
soll es möglich werden, dass gut eingestellte Patientinnen und Patienten
nicht zu jedem Termin in die Praxis müssen. Patientinnen und Patienten,
für die der behandelnde Arzt das Telemonitoring als Verbesserung der
Behandlung einstuft, sollen zu einer telemedizinischen Behandlung
eingeladen werden. Das unmittelbare Arzt-Patienten-Verhältnis bleibt
hierbei erhalten.

„Die Sicherstellung der Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in den
ländlichen Regionen von Rheinland-Pfalz ist mir ein besonderes
Anliegen“, so Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. „Die
Nutzung von E-Health-Lösungen ist dafür wegweisend. Hierbei kann zum
Beispiel das Smartphone zu einem wichtigen Werkzeug werden, insbesondere
zum Informationsaustausch mit Behandlern oder für ein verbessertes
Selbstmanagement. Durch dieses Projekt wird eine gute fachärztliche
Versorgung angeboten, ohne dass die Betroffenen dafür eine weite Anreise
oder Wartezeiten in Kauf nehmen müssen.“

Das Start-up-Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, mit Hilfe
innovativer Softwareentwicklung den Versorgungsalltag von Patientinnen
und Patienten zu verbessern. „Die Verbesserung der medizinischen
Versorgung von Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD, aber auch anderer
Erkrankungen, durch technische Anwendungen ist unser großes Ziel, dem
wir nun einen bedeutenden Schritt näher kommen“, betont Tobias
Hastenteufel, Geschäftsführer der Qurasoft GmbH. „Damit zeigt man auch,
dass Rheinland-Pfalz und insbesondere die Universität Koblenz-Landau
forschungsintensive Innovationen hervorbringen, die auf höchstem Niveau
die Lebenssituation der Menschen im Land verbessern können.“

Die Patientinnen und Patienten werden durch die lungenfachärztliche
Schwerpunktpraxis von Dr. Olaf Schmidt in Koblenz betreut. „Für mich
wird es eine enorm spannende Erfahrung“, so Schmidt. „Als Arzt ist der
Echtzeit-Einblick in die Messdaten ein deutlicher Zeitvorsprung. Mein
Team und ich können so die Behandlung frühzeitig anpassen – ohne die
grundsätzliche Notwendigkeit eines Praxis- oder Krankenhausbesuchs.“
Dazu stellt ihm das Team von Qurasoft die Telemedizin-Software Medical
Desk zur Verfügung, mit der sein Praxisteam jederzeit auf die Messdaten
der teilnehmenden Patientinnen und Patienten zugreifen kann.

Bis Ende 2018 wird die neue Versorgungsform erprobt und evaluiert. Die
frühzeitige Einbeziehung des Landesbeauftragten für den Datenschutz und
die Qualitätssicherung der als Medizinprodukt eingestuften App sind eine
wichtige Basis für den erfolgreichen Projektverlauf.

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