Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Mainz etabliert neue Telemedizinische Beratungssprechstunde und Nachsorge

Kinderchirurgie etabliert neue telemedizinische Nachsorge- und
Beratungssprechstunde

Begleitende Studie untersucht medizinische Nutzungsmöglichkeiten
moderner Kommunikationstechnologien

(Mainz, 10. August 2017, br) Wie nützlich kann das Internet als Quelle
medizinischer Informationen für die seriöse Patientenberatung und
-betreuung sein?

Lassen sich moderne Kommunikationstechnologien für telemedizinische
Zwecke auch bei Kindern einsetzen? Dies sind zwei zentrale
Forschungsfragen, die sich
Wissenschaftler der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie der
Universitätsmedizin Mainz im Rahmen eines neuen Studienprojektes
stellen. Inhalt des Projekts „Mainz-Tele-Surgery“, kurz MATS genannt,
ist die Überprüfung der Machbarkeit und der Qualität des gesamten
kinderchirurgischen Behandlungsspektrums
in Form einer allgemeinen telemedizinischen Beratung und Betreuung zu
kinderchirurgischen Problemen. Ziel des Projektes ist es, für geeignete
Gebiete der Kinderchirurgie eine unverbindliche, zeitnahe
telemedizinische Beratung zu geben sowie eine unkomplizierte heimatnahe
Nachbetreuung für geeignete Patienten anbieten zu können. Durch ihren
neuen, professionellen und für die Nutzer kostenlosen telemedizinischen
Service wollen die Experten zudem die Patientensicherheit von Kindern
erhöhen. Weitere Teilnehmer für das Studienprojekt sind willkommen.
Interessenten finden alle wesentlichen Informationen unter
www.unimedizin-mainz.de/kinderchirurgie/telemedizin/uebersicht.html.

Als erste kinderchirurgische Klinik in Deutschland führen unter Leitung
von Oberarzt Dr. Jan Gödeke Mediziner der Klinik und Poliklinik für
Kinderchirurgie
der Universitätsmedizin Mainz verschiedene Studien rund um das Thema
„Telemedizin in der Versorgung kinderchirurgischer Patienten“ durch.
Forschungsgegenstand
sind die Praktikabilität, die Qualität und der Nutzen des neuen
kostenlosen telemedizinischen Services „Mainz-Tele-Surgery – MATS“ für
die Nachsorge und
allgemeine Beratung kinderchirurgischer Patienten. Interner
Kooperationspartner ist das Institut für Medizinische Biometrie,
Epidemiologie und Informatik
(IMBEI) der Universitätsmedizin Mainz. Das Studienkonzept beruht auf der
Annahme, dass Telemedizin auch für die Patientenberatung und -betreuung
von Kindern ein wichtiger Bestandteil sein kann – und zwar ohne erhöhte
Gefahr von Fehldiagnosen oder Fehlbehandlungen. Die Wissenschaftler sind
vom positiven Nutzungspotential der Arzt-Patienten-Kommunikation mittels
moderner Kommunikationstechnologien überzeugt. Denn MATS entlastet die
betroffenen Kinder und ihre Familien durch
den Wegfall von Anfahrtswegen zeitlich und finanziell, ohne dass sie auf
professionelle Unterstützung verzichten müssen.

Die Mainzer telemedizinische Sprechstunde MATS ist eine Plattform rund
um die Kinderchirurgie. Sie umfasst das komplette, telemedizinisch
umsetzbare Nachsorgeangebot
der Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Mainz – also von der
Neugeborenenchirurgie, der Kindertraumatologie, der
Kindertumorchirurgie, über die plastisch-rekonstruktive
Chirurgie, die Verbrennungschirurgie, die Kinderurochirurgie, bis hin
zur Bauchchirurgie und der Thoraxchirurgie.

Der neue Service zur telemedizinischen Beratung und Betreuung richtet
sich insbesondere an in der Kinderchirurgie der Universitätsmedizin
Mainz ambulant
oder stationär behandelte Kinder und deren Angehörige. Da er
ortsungebunden erfolgt, können sich die Kinder für ihre ambulante „face
to face“ Nachsorge
via Telemedizin an jedem Ort der Welt aufhalten. Unter
www.unimedizin-mainz.de/kinderchirurgie/telemedizin/uebersicht.html
können sich die Betroffenen für die telemedizinische Sprechstunde
kostenlos anmelden.

Niedergelassene Ärzte und andere interessierte Personen weltweit können
die telemedizinische Beratungsplattform nach vorheriger kostenloser
Anmeldung ebenfalls nutzen, wenn sie auf kinderchirurgische
Fragestellungen eine kompetente Antwort brauchen. Beispielsweise können
sie sich über seltene angeborene Fehlbildungen
wie der Ösophagusatresie (Speiseröhrenfehlbildung) beraten lassen. Somit
wollen die Experten der Universitätsmedizin Mainz auch eine optimierte
Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen erreichen.

Langfristiges Ziel ist es, durch ein seriöses alternatives Onlineangebot
von Experten zu vermeiden, dass Laien sich ihr (tendenziell gefährliches
Halb-)Wissen auf weniger adäquaten Internetquellen aneignen und
eventuell unbegründete Ängste entstehen.

Zusätzlich zur so angestrebten erhöhten Patientensicherheit,
beabsichtigen die Mediziner, die Datenlage für die pädiatrische
Patientenversorgung zu verbessern,
und somit bei den Krankenkassen die Chance auf Kostenübernahme
entsprechender telemedizinischer Konsultationen auch für Kinder zu erhöhen.

In einer Pilotstudie konnten die Mainzer Wissenschaftler bereits zeigen,
dass eine telemedizinische Nachsorge für circa 80 Prozent der
kinderchirurgischen
Fragestellungen und Erkrankungsbilder technisch sicher und datensicher
durchführbar ist. Die aktuelle Gesetzgebung zur Telemedizin in
Deutschland wird dabei strengstens respektiert.

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