Bund muß schleppenden Informationsfluß beim Fibronil-Skandal aufklären


Lebensmittelüberwachung

Höfken: Bund muss schleppenden Informationsfluss beim Fipronil-Skandal
aufklären

Laut Medienberichten hat die EU-Kommission bereits Anfang Juli
Informationen zu fipronilbelasteten Eiern über das Antibetrugssystem
Food Fraud erhalten.
Auch den belgischen und niederländischen Behörden lagen bereits früher
Erkenntnisse vor. „Die Bundesregierung muss umgehend klären, warum eine
offizielle Meldung erst am 20. Juli in das europäische Schnellwarnsystem
eingestellt wurde“, erklärte Umweltministerin Ulrike Höfken. Es sei
nicht hinnehmbar, dass Behörden Informationen zum Schutz der Gesundheit
von Verbraucherinnen und Verbrauchern über mehrere Wochen zurückhalten.
„Dadurch haben sie die Verbreitung
der belasteten Eier in Kauf genommen“, sagte Höfken. Auch der Umfang der
Schäden für die Betriebe und den Handel sei durch die schleppende
Informationspolitik enorm. „Millionen an fipronilbelasteten Eiern
mussten vernichtet werden. Denn Eier mit Rückständen dieses Insektizids
sind nicht verkehrsfähig, dürfen
also nicht in die Lebensmittel- und Futtermittelkette gelangen“, so
Höfken. Die aktuelle Lage zeige: „Die europäischen Informationssysteme
haben deutliche
Schwachstellen. Hier muss sich die Bunderegierung für Reformen
einsetzen“, forderte die Ministerin.

Die schleppende Informationspolitik habe Auswirkungen bis nach
Rheinland-Pfalz, führte Höfken an. Bis heute warten die zuständigen
Behörden im Land auf
ausführliche Mitteilungen der belieferten Bundesländer, welche
rheinland-pfälzischen Betriebe fipronilbelastete Eier von dort aus
erhalten haben. In Rheinland-Pfalz ist nach aktuellen Erkenntnissen kein
Fipronil in Legehennenbetrieben zum Einsatz gekommen. „Eier und Geflügel
aus heimischer Produktion sind nach aktuellem Stand eine gute Wahl“,
sagte Höfken. Die rheinland-pfälzischen Behörden werden sich auch an dem
bundesweiten Überwachungsprogramm zur Untersuchung von
verarbeiteten eihaltigen Erzeugnissen beteiligen. Außerdem beproben und
untersuchen sie risikobasiert Flüssigvollei, das in
Lebensmittelbetrieben zur Herstellung von eihaltigen Produkten verwendet
wird.

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