Historiker ausTrier und Mainz präsentieren Videoreihe zum Siedlungsbau in Tertiviri im nördlichen Apulien


Historiker aus Trier und Mainz präsentieren Videoreihe zum
mittelalterlichen Siedlungsplatz Tertiveri im nördlichen Apulien

Visualisierung von Ausgrabungen in Nordapulien und Projektergebnissen in
insgesamt sieben Episoden / Förderung durch die Gerda-Henkel-Stiftung
und den WissenschaftsCampus
Mainz

(Mainz, 11. August 2017, voi) Bei L.I.S.A., dem Wissenschaftsportal der
Gerda Henkel Stiftung, ist eine siebenteilige Videoserie zum
Forschungsprojekt „Christen und Muslime im mittelalterlichen
Nordapulien: Archäologische Untersuchungen in Tertiveri“ erschienen. Die
einzelnen Episoden, die in deutscher, englischer
und italienischer Sprache online unter
lisa.gerda-henkel-stiftung.de/der_staufer_und_die_muslime?nav_id=6864
bzw.
lisa.gerda-henkel-stiftung.de/lo_svevo_ed_i_musulmani_prima_puntata?nav_id=7021
verfügbar sind, begleiten die Ausgrabungen in Tertiveri und
visualisieren die Projektergebnisse. Das Videoprojekt unter der
wissenschaftlichen Leitung
von Prof. Dr. Michael Matheus vom Historischen Seminar der Johannes
Gutenberg-Universität Mainz und Prof. Dr. Lukas Clemens vom Fachbereich
III – Mittelalterliche Geschichte der Universität Trier wurde von der
Gerda Henkel Stiftung und dem WissenschaftsCampus Mainz: Byzanz zwischen
Orient und Okzident gefördert.
Matheus und Clemens leiten das der Videoreihe zugrunde liegende
Forschungsprojekt, das aktuell in Kooperation mit dem Deutschen
Historischen Institut (DHI)
in Rom fortgeführt wird.

Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts und damit auch der Videoserie
steht der mittelalterliche Siedlungsplatz Tertiveri im nördlichen
Apulien in der sogenannten
Capitanata. Der in byzantinischer Zeit entstandene kleine Bischofssitz
bestand mindestens seit dem 11. Jahrhundert und wurde im Verlauf des
späten Mittelalters zur Siedlungswüstung. Im Jahr 1296 erhielt der
muslimische Ritter Άbd al-Άzīz das damals unbewohnte Tertiveri für seine
militärischen Leistungen als königliches Lehen – unter der Bedingung,
dort keine Christen ansiedeln zu lassen. Die in Lehensform gekleidete
Übergabe von Tertiveri unterstreicht damit eindrücklich die
herausgehobene Stellung des ritterlichen Muslims, über dessen Herrschaft
schriftliche, aufgrund gerichtlicher Auseinandersetzungen mit
benachbarten Herrschaftsinhabern angefertigte Zeugnisse Auskunft geben.
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts konvertierte Άbd al-Άzīz auf
herrschaftlichen Druck zum Christentum
und nahm den Taufnamen Nikolaus an.

Ziel des Forschungsprojekts „Christen und Muslime im mittelalterlichen
Nordapulien: Archäologische Untersuchungen in Tertiveri“ ist es, die
Transformation Tertiveris von einem christlichen Bischofssitz in eine
sarazenische Adelsresidenz nachzuzeichnen und dabei zum einen die
Nutzung der christlichen Kultbauten in muslimischer Zeit, zum anderen
die unterschiedlichen sozialen und ethnischen Bevölkerungsgruppen in den
Blick zu nehmen.

Tertiviri

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