Universitätsmedizin Mainz bietet radiologische Bestrahlungen von Prostata-Vergrößerungen an


Universitätsmedizin Mainz bietet radiologische Therapie von
Prostatavergrößerungen an

Prostataembolisation (PAE) zur schonenden Behandlung der benignen
Prostatahypertrophie (BPH)

(Mainz, 21. August 2017, br) Über 70 Prozent der Männer über 60 Jahre
haben Probleme beim Wasserlassen. Nicht selten ist eine vergrößerte
Prostata die Ursache.
Die Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der
Universitätsmedizin Mainz hat ein minimal-invasives und damit schonendes
Verfahren zur
Behandlung der Prostatavergrößerung etabliert: die Prostataembolisation
(PAE). Der besondere Vorteil einer PAE: die Therapiemethode ist sehr
präzise und
schonend. Zudem bleibt die Harnröhre selbst bei dem Eingriff unberührt.
Nachblutungen und Inkontinenz sind somit nicht zu erwarten. Zur
Behandlung der
auch als benigne Prostatahypertrophie (BPH) bezeichneten Erkrankung
steht mit der PAE den Betroffenen nun eine weitere Therapieoption offen.

Wenn Männer Beschwerden beim Urinieren haben, liegt das vielfach an
einer vergrößerten Prostata. Das vergrößerte Organ drückt auf den
Abflusskanal der Harnblase,
die Harnröhre, so dass diese verengt wird. Die Betroffenen leiden unter
Symptomen wie Harndrang, schwachem Urinfluss, dem Gefühl der
unvollständigen Entleerung
der Harnblase oder auch nächtlicher Blasenschwäche.

Wenn eine medikamentöse Behandlung erfolglos geblieben ist, können
Radiologen der Universitätsmedizin Mainz das Verfahren der
Prostataarterienembolisation
(PAE) einsetzen. Diese zielt auf eine Beseitigung der
Harnentleerungsstörung durch eine Verkleinerung der Prostata ab.

Dabei wird ein 2mm dicker Gefäßkatheter in die Leistenarterie
eingebracht und von dort durch die Beckenarterie bis hin in die linke
und rechte Prostata-Arterie
vorgeführt. Über den Katheter bringt der Radiologe dann
Kunststoffkügelchen als gefäßblockierende Substanzen ein. Ziel ist es,
den Blutfluss in den Prostataarterien
zu stoppen, damit das Organ nicht mehr durchblutet wird. Dadurch bildet
sich die Organvergrößerung zurück, was wiederum zur Folge hat, dass die
Harnröhre
nicht mehr von außen komprimiert wird. Wissenschaftliche Studien haben
gezeigt, dass die Symptombesserung nach einer PAE dem Ergebnis nach dem
Standardoperationsverfahren,
bei dem Prostatagewebe durch die Harnröhre operativ entfernt wird,
vergleichbar ist.

Die PAE wird unter Röntgen-Durchleuchtungskontrolle unter örtlicher
Betäubung durchgeführt. Neben der radiologisch-interventionellen
Expertise ist auch
die apparative Ausstattung wichtig. „Spezielle Techniken an modernen
Angiographieanlagen wie das sogenannte Cone Beam-CT, helfen uns, den
Eingriff auch
bei komplizierten anatomischen Situationen zu steuern und eine
zielgenaue Embolisation der Prostata zu erreichen“, so Prof. Dr. Michael
B. Pitton, Oberarzt
an der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der
Universitätsmedizin Mainz. „Der Eingriff und die weitere Betreuung
erfolgen in Abstimmung
mit der Klinik für Urologie der Universitätsmedizin Mainz,
niedergelassenen Fachärzten für Urologie und anderer Kliniken im Umkreis.“

Die Prostataembolisation kommt für jene Betroffenen zum Einsatz, die
eine Operation scheuen oder eine Alternative zu einer Operation an der
Harnröhre suchen.
Sie ist insbesondere auch für Patienten eine Therapieoption, bei denen
ein operativer Eingriff zu risikoreich erscheint – sei es aufgrund einer
medikamentös
bedingten eingeschränkten Blutgerinnung oder durch ein erhöhtes
Narkoserisiko. In Einzelfällen ist es auch möglich, Patienten mit
Harnverhalt und Katheterversorgung
vom Blasenkatheter zu befreien. Medizinische Ausschlusskriterien für
eine Prostataembolisation sind beispielsweise Prostatakarzinome,
Ausstülpungen der
Blase sowie akute Prostata- oder Harnwegsinfekte.

Für die PAE-Behandlung ist ein kurzer stationärer Aufenthalt
erforderlich. „Die Patienten, zumeist Männer ab 60 Jahre, können wir im
Regelfall ein bis zwei
Tage nach der Behandlung wieder entlassen“, so Univ.-Prof. Dr. Christoph
Düber, Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle
Radiologie der
Universitätsmedizin Mainz. „Durch den minimal-invasiven Eingriff an der
Prostata sind an der Harnröhre keine operationsbedingten Komplikationen
zu erwarten.“
Die verantwortlichen Radiologen der Universitätsmedizin sind in einem
international renommierten Expertengremium aus interventionellen
Radiologen und Urologen
organisiert und stehen damit in einem ständigen Erfahrungsaustausch.

Für weitere Informationen zur Methode der PAE stehen Ärzte der Klinik
und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der
Universitätsmedizin
Mainz im Rahmen eines persönlichen Beratungsgesprächs zur Verfügung. Die
Terminvereinbarung erfolgt unter
Tel.: 06131 – 17-2048.

Radiologie, Unimedizin Mainz

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