Fipronil: Weitere Untersuchungsberichte aus Rheinland-Pfalz liegen vor

Lebensmittelüberwachung

Fipronil-Skandal: Weitere Untersuchungsergebnisse aus Rheinland-Pfalz
liegen vor

Im Skandal um mit Fipronil belastete Eier liegen weitere konkrete
Ergebnisse aus Rheinland-Pfalz vor. „Das Landesuntersuchungsamt (LUA)
musste von bislang
rund 100 untersuchten Proben von Eiern und Eiprodukten keine
beanstanden“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken. In zwei
Flüssigei-Zuckerproben aus den
Niederlanden hat das LUA geringe Fipronil-Werte von 0,0033 sowie 0,0039
Milligramm pro Kilogramm ermittelt. Das Flüssigei-Zuckergemisch kann
laut EU-Recht
weiterverarbeitet werden. „Der Skandal zeigt: Verschlungene Lieferwege
im industriellen Nahrungssektor bringen ein riesiges Schadenspotenzial
und eine
große Verbreitungsmöglichkeit für Schadstoffe mit sich“, so Höfken.

Die Vor-Ort-Kontrollen in 77 Legehennenbetrieben im Land hätten keine
Hinweise auf die Verwendung des Insektizids ergeben. „Die Ergebnisse
bestätigen: Regionale
Eier sind nach aktuellem Stand eine sehr gute Wahl“, führte die
Ministerin an. Bei den Eierproben wurden überwiegend Eier aus
rheinland-pfälzischer Freiland-
und Bodenhaltung untersucht. Das LUA hat jedoch auch Hühnereier aus
anderen Bundesländern, Belgien und den Niederlanden beprobt. Außerdem
wurde in den
Niederlanden hergestelltes und an rheinland-pfälzische Betriebe
geliefertes Flüssigei untersucht, das in Lebensmitteln weiterverarbeitet
wird.

Die Untersuchungen von Eiern und Eiprodukten im LUA sind weitestgehend
abgeschlossen. In einem nächsten Schritt stehen eihaltige Lebensmittel
im Fokus:
„Wir beteiligen uns an einem bundesweiten Überwachungsprogramm zur
Untersuchung von verarbeiteten eihaltigen Erzeugnissen“, so Höfken. Die
Ergebnisse sollen
den Behörden der Lebensmittelüberwachung einen Überblick über die
Belastungssituation verschaffen.

„Nach Auswertung der bislang vorliegenden Lieferlisten gehen wir
inzwischen davon aus, dass mehrere hunderttausend belastete Eier im
rheinland-pfälzischen
Handel waren“, erklärte die Ministerin. Die Lebensmittelkontrolleure der
Kreise und kreisfreien Städte haben den Rückruf betroffener Chargen
überwacht
– dieser ist nach dem jetzigen Stand der Dinge abgeschlossen.

„All das zeigt: Die rheinland-pfälzische Lebensmittelüberwachung hat
schnell auf den Fipronil-Skandal reagiert. Jetzt muss der Bund handeln.
Wir setzen
uns dafür ein, dass Insektizide im bundesweiten
Rückstandskontrollprogramm künftig deutlich stärker berücksichtigt
werden als bisher“, sagte Höfken. Denn
das Insektizid Fipronil sei – wie eine Reihe anderer Biozide auch – als
Substanz bisher nicht im Kontrollplan des Bundes enthalten.

Das LUA pflegt eine aktuelle Übersicht über alle Stempelnummern
belasteter Eier, die nachweislich in Deutschland im Handel waren. Die
Übersicht ist abrufbar
unter:
s.rlp.de/9yL

Weitere Informationen zum EU-Recht hinsichtlich
Pflanzenschutzmittelrückständen sind in der Nationalen Berichterstattung
„Pflanzenschutzmittelrückstände
in Lebensmitteln“ abrufbar unter:
www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/01_Lebensmittel/nbpsm/NBPSMR_2015.html

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