Hochansteckend – Hühner und Puten gegen Newcastlevirus impfen


LANDESUNTERSUCHUNGSAMT RHEINLAND-PFALZ

Tiergesundheit

Hochansteckend: Hühner und Puten gegen Newcastle-Krankheit impfen

Tierbestände schützen: Das Landesuntersuchungsamt (LUA) erinnert die
Geflügelhalter an ihre Verpflichtung, Hühner und Puten gegen die
Newcastle-Krankheit
zu impfen. Die Impfpflicht gilt unabhängig von der Bestandsgröße und
somit nicht nur für große Tierhaltungen, sondern auch für Hobby- und
Rassegeflügelbestände.

Zurzeit ist Deutschland frei von der Newcastle-Krankheit, auch Newcastle
Disease oder kurz ND genannt. Wiederkehrende Ausbrüche dieser
verlustreichen Krankheit
in anderen europäischen Ländern wie Schweden und Rumänien zeigen aber,
dass die Newcastle-Krankheit eine dauerhafte Bedrohung darstellt.

Die vom Newcastle-Disease-Virus hervorgerufene Erkrankung wurde weltweit
bisher bei mehr als 240 Vogelarten nachgewiesen. Eine Infektion kann
insbesondere
bei Hühnern und Puten zu schweren Verlusten führen, während Enten und
Gänse nur gelegentlich erkranken. Die Symptome reichen von plötzlichen
Todesfällen
bis hin zu klinisch unauffälligen Infektionen. Neben Fieber, Mattigkeit
und Abfall der Legeleistung sowie Störungen in der Eiproduktion können
Schwellungen
am Kopf, Atemnot, Durchfall und Lähmungen auftreten.

Nach der Geflügelpest-Verordnung gilt für Hühner- und Putenhalter:

· Alle Hühner und Puten eines Bestandes sind gegen
die Newcastle-Krankheit impfen zu lassen. Dies betrifft auch Hobby- und
Kleinstbestände.

· Wiederholungsimpfungen sind nach Angaben des
Impfstoffherstellers so durchzuführen, dass ein belastbarer Impfschutz
besteht.

· Über die durchgeführten Impfungen hat der Besitzer
Nachweise zu führen (Impfbescheinigung).

· Hühner und Puten dürfen nur in einen
Geflügelbestand oder auf Geflügelmärkten, Geflügelausstellungen oder
ähnlichen Veranstaltungen
verbracht werden, wenn eine tierärztlichen Bescheinigung mitgeführt
wird, aus der hervorgeht, dass der Herkunftsbestand der Tiere regelmäßig
gegen die
Newcastle-Krankheit geimpft worden ist (im Falle von Eintagsküken der
Elterntierbestand).

· Zuwiderhandlungen gegen diese Impfpflicht sind
Ordnungswidrigkeiten und können mit einer Geldbuße geahndet werden.

Die Impfung kann über das Trinkwasser oder mit einem Aerosolspray
erfolgen. Bei diesen Formen muss die Impfung spätestens alle drei Monate
wiederholt werden,
damit ausreichende Immunität erreicht wird. Eine Einzeltierimpfung per
Injektion in die Muskulatur bringt eine länger andauernde Immunität
gegen die ND,
ist aber aufwändiger. Anfangs muss dabei eine Auffrischungsimpfung nach
vier Wochen verabreicht werden, danach reichen jährliche Wiederholungen
der Injektion
aus.

Auch Tauben impfen

Auch die Impfung von Tauben ist sinnvoll, denn unter ihnen zirkuliert
ebenfalls eine Variante des Virus, der „Taubentyp“. Seit den frühen 80er
Jahren gab
es bei Brief- und Stadttauben immer wieder seuchenhafte Ausbrüche, wobei
man in diesen Fällen nicht von Newcastle Disease, sondern von
Paramyxovirose (PMV)
spricht.

Tauben, die nicht zur Produktion von Lebensmitteln oder der Aufstockung
von Wildbeständen dienen, wie z. B. Brieftauben, fallen rechtlich nicht
unter die
Definition „Geflügel“. Eine gesetzliche Impfpflicht besteht bei diesen
Tauben daher nicht, aber die Zucht- und Rasseverbände schreiben für
Wettflüge und
Ausstellungen in der Regel eine Immunisierung gegen die Paramyxovirose
vor, die nicht weniger als zwei Wochen und nicht mehr als ein Jahr
zurückliegen
soll.

Landesuntersuchungsamt

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