Mehr als 61.000 Menschen erhielten besondere Leistungen der Sozialhilfe


Mehr als 61.000 Menschen erhielten besondere Leistungen der Sozialhilfe
Im Laufe des Jahres 2016 erhielten in Rheinland-Pfalz 61.185 Frauen und
Männer Sozialleistungen nach dem 5. bis 9. Kapitel des Zwölften Buches
des Sozialgesetzbuches
(SGB XII „Sozialhilfe“). Das waren nach Angaben des Statistischen
Landesamtes 1.000 Personen bzw. 1,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor.
Frauen und Männer
waren 2016 – wie auch in den vergangenen Jahren – etwa gleichermaßen auf
Unterstützung in Form von Sozialhilfe angewiesen.

Zu den Leistungen der Sozialhilfe nach dem 5. bis 9. Kapitel des SGB XII
zählen die Hilfen zur Gesundheit (5. Kapitel), die Eingliederungshilfe
für behinderte
Menschen (6. Kapitel), die Hilfe zur Pflege (7. Kapitel), die Hilfe zur
Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten (8. Kapitel) sowie die
Hilfe in
anderen Lebenslagen (9. Kapitel). Wenn eine Person mehrere Leistungen
nach den einzelnen Kapiteln bezieht, wird sie bei jeder Hilfeart gezählt.

Die zahlenmäßig wichtigste Hilfeart ist die Eingliederungshilfe für
behinderte Menschen; im Jahr 2016 waren rund 38.100 Personen auf diese
Leistungen angewiesen.
Bezogen auf alle Empfängerinnen und Empfänger besonderer Leistungen der
Sozialhilfe erhielten 62 Prozent Eingliederungshilfe. Im Durchschnitt
waren diese
Personen 36,8 Jahre alt.

Die zweithäufigste Hilfeart ist die Hilfe zur Pflege: Einem Drittel
(20.425 Personen) aller Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen nach
dem 5. bis
9. Kapitel des SGB XII wurde Hilfe zur Pflege gewährt; insbesondere
Frauen (65,5 Prozent) gehörten zu den Anspruchsberechtigten. Mehr als
drei Viertel
von ihnen erhielten die Leistungen in Einrichtungen (15.807 Personen).
Das Durchschnittsalter der Leistungsempfängerinnen und -empfänger betrug
77,2 Jahre.

Hilfen zur Gesundheit – als unmittelbar vom Sozialamt erbrachte
Leistungen – nahmen im Laufe des Jahres 2016 gut 1.300 Personen in
Anspruch; das durchschnittliche
Alter lag bei 62,1 Jahren. Mit der Hilfe zur Überwindung sozialer
Schwierigkeiten (z. B. bei Obdachlosigkeit) und der Hilfe in anderen
Lebenslagen (z.
B. Blindenhilfe oder die Übernahme von Bestattungskosten) wurden 3.500
Frauen und Männer unterstützt; sie waren im Mittel 53,7 Jahre alt.

Trotz des insgesamt leichten Rückgangs der Empfängerzahlen sind die
Ausgaben für besondere Leistungen der Sozialhilfe gestiegen. Landesweit
wurden im Jahr
2016 netto rund 1,1 Millionen Euro und damit 6,8 Prozent mehr für diese
Sozialhilfeleistungen aufgewendet als im Jahr zuvor.

In den Städten verhältnismäßig mehr Menschen auf Sozialhilfe angewiesen

Regional betrachtet zeigen sich in Rheinland-Pfalz große Unterschiede
bei der Inanspruchnahme von besonderen Leistungen der Sozialhilfe. Im
Jahr 2016 kamen
in den kreisfreien Städten im Schnitt auf 1.000 Einwohnerinnen und
Einwohner 19,7 Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen nach dem 5.
bis 9. Kapitel
des SGB XII, in den Landkreisen waren es dagegen nur 13,2 Personen. Die
– relativ gesehen – mit Abstand meisten Leistungsbezieher verzeichnete
Pirmasens
mit 30,5 Hilfeempfängern je 1.000 Einwohner. Die Ausgaben pro Einwohner
lagen hier bei 483 Euro. Im Landkreis Mainz-Bingen waren am wenigsten
Menschen
auf besondere Leistungen der Sozialhilfe angewiesen (8,7
Empfänger/-innen je 1.000 Einwohner/-innen).

Hinweis zur Zählweise

Die Angaben beziehen sich auf die Empfängerinnen und Empfänger im Laufe
des Berichtsjahres, d. h. es werden alle Personen gezählt, die
mindestens einmal
während des Berichtsjahres eine Leistung erhalten haben. Empfängerinnen
und Empfänger mit mehrmaligem Leistungsbezug werden – bei einer
Unterbrechung der
Hilfe um mehr als acht Wochen – mehrfach gezählt. Darüber hinaus werden
in der Statistik auch die Empfängerzahlen am Jahresende (31.12.)
erfasst. Die stichtagsbezogenen
Daten sind stets kleiner als die Angaben im Laufe des Berichtsjahres. Am
31.12.2016 bezogen in Rheinland-Pfalz 48.960 Personen Leistungen nach
dem 5. bis
9. Kapitel des SGB XII.

Die Daten stammen aus der Statistik über die Empfänger von Leistungen
nach dem 5. bis 9. Kapitel SGB XII. Die Angaben erhält das Statistische
Landesamt
einmal jährlich von den kreisfreien Städten und Landkreisen als
zuständige örtliche Träger und dem Landesamt für Soziales, Jugend und
Versorgung als zuständiger
überörtlicher Träger der Sozialhilfe sowie den kreisangehörigen
Gemeinden und Gemeindeverbände, soweit sie Aufgaben des Zwölften Buches
des Sozialgesetzbuchs
(SGB XII) wahrnehmen.

Anspruch auf Sozialhilfe hat, wer sich in einer Notlage befindet, die
nicht aus eigenen Kräften und mit eigenen Mitteln behoben werden kann.
Die Sozialhilfe
greift ein, wenn andere Personen, andere Sozialleistungssysteme oder
sonstige Stellen keine Leistungen vorsehen. Rechtliche Grundlage für die
Leistungen
zur Sozialhilfe ist das Zwölfte Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB XII).

Autorin: Dr. Julia Stoffel (Referat Auswertungen, Analysen Abteilung 1)

Empfängerzahl, Kosten

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