Rheinland-Pfalz registriert viele Klinikaufenthalte


Rheinland-Pfalz registriert viele Klinikaufenthalte

Mainz, 13. Oktober 2017 – Die Menschen in Rheinland-Pfalz müssen öfter
ins Krankenhaus als im Bundesdurchschnitt. Das zeigt der
Krankenhausreport der BARMER,
den das Rheinisch Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung
erstellt hat. „Mit der rheinland-pfälzischen Bevölkerungsstruktur lässt
sich der Unterschied
zum Bundesdurchschnitt nicht erklären. Die Ergebnisse des
Krankenhausreports wurden nach Geschlecht und Alter standardisiert“,
sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin
der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Fast jeder vierte Rheinland-Pfälzer war 2016 mindestens einmal im
Krankenhaus. So kamen auf 1.000 Einwohner durchschnittlich 227
stationäre Behandlungen.
Bundesweit weist der Report nur 216 Krankenhausfälle je 1.000 Einwohner
aus. Im Vergleich aller Bundesländer liegt Thüringen mit 247 stationären
Behandlungen
je 1.000 Einwohner an der Spitze. Auf dem letzten Rang landet
Baden-Württemberg, wo 164 von 1.000 Menschen einen Krankenausaufenthalt
hatten. Rheinland-Pfalz
belegt im Ranking aller 16 Bundesländer Platz sechs.

Durchschnittlich 1,7 Tage im Krankenhaus

Die häufigste Ursache für einen Krankenhausaufenthalt in Rheinland-Pfalz
waren körperliche Leiden, die für 212 der 227 stationären Behandlungen
je 1.000
Einwohner verantwortlich waren. Die übrigen Krankenhausaufenthalte sind
auf psychische Leiden zurückzuführen. „Rheinland-pfälzische Frauen
müssen öfter
ins Krankenhaus als die Männer“, erklärt Kleis. Auf
Rheinland-Pfälzerinnen entfielen 233 stationäre Behandlungen je 1.000
Einwohner, auf die männlichen
Rheinland-Pfälzer nur 220.

Im Durchschnitt hat jeder Rheinland-Pfälzer 1,7 Tage im Krankenhaus
verbracht, was leicht über dem Bundesdurchschnitt von 1,6 Tagen liegt.
„Erfreulich ist,
dass die Menschen in Rheinland-Pfalz vergleichsweise wenige Tage wegen
psychischer Leiden stationär behandelt wurden mussten“, erläutert Kleis.
Nur 0,3
Tage entfielen auf Krankenhausaufenthalte wegen psychischer Leiden in
Rheinland-Pfalz. Lediglich in Brandenburg und Berlin war es weniger.

Bei Auswahl des Krankenhauses auf Qualität achten

BARMER Landesgeschäftsführerin rät, bei planbaren Operationen das
Krankenhaus auszuwählen, das die beste Qualität der Behandlung
verspricht: „Nicht immer
ist das nächstgelegene Krankenhaus die beste Wahl für eine planbare
Operation. Ein erfahrener Operateur macht tendenziell weniger Fehler als
ein Arzt, der
nur selten operiert.“ Bei planbaren Eingriffen sollte jeder darauf
achten, wie häufig ein Krankenhaus welche Eingriffe macht.

Helfen kann dabei das BARMER Krankenhausnavi. Die Online-Plattform
bietet Patienten auf Basis der Weissen Liste, einem Projekt der
Bertelsmann Stiftung
und der Dachverbände der größten Patienten- und
Verbraucherorganisationen, eine unabhängige und verständliche Hilfe bei
der Suche nach einem passenden
Krankenhaus. Neben Qualitäts- und Strukturdaten der Kliniken finden sich
hier regelmäßig auch aktualisierte Befragungsergebnisse von Patienten zu
deren
Erfahrungen im Krankenhaus. „Die transparente Darstellung ermöglicht
Klinikvergleiche und ist eine wertvolle Informationsquelle“, lobt Kleis
das Projekt.

Zugleich fordert die Landesgeschäftsführerin die rheinland-pfälzischen
Koalitionäre in Mainz auf, Qualitätskriterien bei der Krankenhausplanung
besser zu
berücksichtigen. „Die Krankenhausplanung des Landes muss sich an den
Qualitätsindikatoren orientieren, die der Gemeinsame Bundesausschuss aus
Kassen und
Ärzten definiert hat. Die Bezahlung von Krankenhausleistungen muss an
die Einhaltung dieser Indikatoren geknüpft sein.“ Wichtig seien zum
Beispiel Vorgaben
zu Mindestmengen von Operationen und Personal, die Kliniken erfüllen
müssen, damit ihnen Behandlungen bezahlt werden.

BARMER Krankenhausnavi: weisse-liste.krankenhaus.barmer.de/.

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