Intensiver Kampf gegen Wohnungseinbrüche zahlt sich aus

Polizei

Lewentz: Intensiver Kampf gegen Wohnungseinbrüche zahlt sich aus

Bei den Wohnungseinbrüchen sind in Rheinland-Pfalz deutlich rückläufige
Zahlen zu vermelden. „In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat die
Polizei insgesamt rund 30 Prozent weniger Wohnungseinbrüche registriert
als noch im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das ist ein Rückgang um
1646 auf 3688 Fälle.

Trotz des positiven Trends gilt diesem Deliktsbereich jedoch weiterhin
größte Aufmerksamkeit. Wir werden das im vergangenen Jahr beschlossene
Einsatzkonzept konsequent umsetzen“, sagte Lewentz in Mainz zum
aktuellen Stand der Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls. In knapp
der Hälfte der registrierten Fälle blieb es beim Einbruchsversuch.

Neben den Arbeitsgruppen „Bandenkriminalität“ zur Bekämpfung der
überörtlichen und bandenmäßigen Eigentumskriminalität, die seit zwei
Jahren gute Ergebnisse vorweisen, habe die Polizei im August 2016 mit
einem Einsatzkonzept die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs weiter
intensiviert, so Lewentz. „Die Resultate können sich sehen lassen“,
unterstrich der Minister mit Verweis auf die sinkenden Fallzahlen. Da
die Täter zunehmend professioneller arbeiteten und kaum
verwertbare Spuren hinterließen, gestalteten sich auch die Ermittlungen
zunehmend anspruchsvoller.

„Die Arbeitsgruppen ‚Bandenkriminalität‘ erweisen sich einmal mehr als
Erfolgsmodell“ betonte Lewentz. Im zweiten Jahr ihres Bestehens haben
sie fast 800 Straftaten – mit Schwerpunkt im Bereich des
Wohnungseinbruchdiebstahls – bearbeitet. Ihnen gelang es durch komplexe
und teils langwierige Ermittlungen
nahezu 300 Beschuldigte zu ermitteln und 66 davon in Haft zu bringen.
„Diese Arbeitsgruppen leisten für die Sicherheit der Bürgerinnen und
Bürger einen
herausragenden Beitrag“, so der Minister.

Nicht zuletzt mit Blick auf den Beginn der dunklen Jahreszeit, die
erfahrungsgemäß gerade für Wohnungseinbrüche bevorzugt genutzt wird,
rückt die Konzentration auf das Gewinnen von Ermittlungsansätzen und das
Erkennen von Tat- und Täterzusammenhängen noch einmal verstärkt in den
Fokus der Polizeiarbeit. Im Mittelpunkt
stehen dabei unter anderem Maßnahmen zur Verbesserung der Auswertungs-
und Analysekompetenz, die Tatortarbeit, aber auch der Einsatz von
Spezialkräften zur Fahndung und Aufklärung sowie ein Konzept zur
Erkennung und Verfolgung von Mehrfach- und Intensivtätern. „Unsere
Analysen zeigen, dass auf das Konto sogenannter Mehrfach- und
Intensivtäter eine vergleichsweise hohe Anzahl von Straftaten geht. Auf
diesen Personenkreis werden wir uns noch deutlicher konzentrieren“,
so die Ankündigung des LKA-Präsidenten Johannes Kunz.

Ein weiteres Ziel der Polizeiarbeit, nämlich die Aufklärungsquote zu
erhöhen, ist bislang noch nicht erreicht worden. Insgesamt wurde in den
ersten neun
Monaten 2017 ein Wert von knapp 12 Prozent erreicht, was einem Rückgang
von vier Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. „Wir wissen
alle, dass
es sich bei dem Wohnungseinbruchdiebstahl um ein schwer aufzuklärendes
Kriminalitätsphänomen handelt. Dennoch ist die bislang erzielte
Aufklärungsquote
nicht zufriedenstellend. Wir werden mit Nachdruck daran arbeiten, auch
in diesem Bereich besser zu werden und die Ermittlungen noch einmal zu
verstärken“,
unterstrich Lewentz.

Der Minister verwies im Zusammenhang mit der Bekämpfung des
Woh-nungseinbruchdiebstahls auch auf die 2016 geschlossenen
Kooperationen mit anderen Ländern
und Staaten. Eine enge Zusammenarbeit über Länder- und Staatengrenzen
hinweg hat gerade bei hochmobilen und international agierenden Tätern
eine besondere Bedeutung. Sowohl die Zusammenarbeit mit Georgien als
auch die Vereinbarungen mit den Ländern Hessen, Baden-Württemberg,
Bayern, Nordrhein-Westfalen und
Niedersachsen, dem Bundesinnenministerium sowie den Niederlanden und
Belgien haben die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs nochmals verbessert.
Beispielsweise werden Fahndungsmaßnahmen, Kontrollen und
Präventionsveranstaltungen gemeinsam geplant und durchgeführt.

Lewentz machte zudem deutlich, dass auch die Bürgerinnen und Bürger der
Polizei helfen könnten, indem sie beispielsweise ihr Zuhause mit
technischen Schutzvorkehrungen
sichern und vor allem auch ungewöhnliche Wahrnehmungen ohne Zeitverzug
der Polizei meldeten. „Die Polizei werde die Bürgerinnen und Bürger
erneut ansprechen, unter anderem mit Radiospots und Hinweisen auf die
Informationsseite im Internet (www.einbruchschutz-rlp.de), aber auch mit
zahlreichen lokalen Veranstaltungen und dem Angebot der kostenfreien
Einbruchschutzberatung.

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