Ulrike Höfken fördert Forschungsprojekt zur Vermarktung industrieller Energiespeicher

Energieeinsparung

Umweltministerin Ulrike Höfken bewilligt rund 180.000 Euro für
Forschungsprojekt zur Vermarktung industrieller Energiespeicher

Mit insgesamt 181.555 Euro fördert das rheinland-pfälzische Umwelt- und
Energieministerium die Transferstelle Bingen bei der Umsetzung des
Nachfolgeprojektes
zur Vermarktung industrieller Energiespeicher.

Mit dem steigenden Anteil der fluktuierenden Stromerzeugung aus
Windenergie und Photovoltaik an der Energieversorgung gewinnt die
Energiespeicherung sowie die Flexibilisierung des Energieverbrauchs
zunehmend an Bedeutung. Ansatzpunkt der Binger Wissenschaftler ist, die
Flexibilität des Energieverbrauchs industrieller Produktionsprozesse zu
untersuchen und identifizierte Potenziale zu einem Virtuellen
Energiespeicher zu verknüpfen, um Regelenergie am Markt anzubieten.

„Insbesondere in unseren Industrie- und Gewerbeunternehmen schlummern
riesige Potenziale für die Energiespeicherung. Materialspeicher,
Produktspeicher,
Wärme- und Kältespeicher, Druckluftspeicher, aber auch
Wasserhochbehälter erlauben es, den Energiebedarf von
Produktionsprozessen in gewissen Grenzen zeitlich variabel zu steuern.
Besonders energieintensive Produktionsschritte oder –verfahren können so
in Zeiten mit geringer Stromnachfrage und damit verbundenen niedrigen
Strompreisen verschoben werden. Gleichzeitig können bei hohem
Strombedarf und hohen Strompreisen Produktionsschritte mit hohem
Energiebedarf gedrosselt werden“, so Umwelt- und Energieministerin
Ulrike Höfken.

Das sogenannte Lastmanagement, auf Englisch Demand Side Management –
DSM, erlaubt es, den eigenen Strombedarf an den Preissignalen der
Strommärkte auszurichten, vorhandene Verbrauchsflexibilitäten von
Produktionsprozessen wirtschaftlich vorteilhaft zu vermarkten und
dadurch die eigenen Energiekosten nachhaltig
zu senken.

Im Rahmen des ebenfalls vom Land geförderten Vorgänger-Projekts „Aufbau
eines Verbundes dezentraler Stromspeicher verschiedenster Art zu einem
virtuellen Energiespeicher – VEVIDE“, das von 2012 bis 2015 von einem
rheinland-pfälzischen Projektkonsortium unter der Federführung der
Transferstelle Bingen umgesetzt
wurde, konnte in der Praxis gezeigt werden, dass durch eine intelligente
Verknüpfung von industriellen DSM-Potenzialen unterschiedlichster Art
ein virtueller
Energiespeicher geschaffen werden kann. Nach erfolgreicher
Präqualifikation durch den Netzbetreiber konnte dieser Virtuelle
Energiespeicher am Regelenergiemarkt sowohl positive als auch negative
Regelleistung anbieten.

Aufbauend auf diesen Ergebnissen werden von der Transferstelle Bingen im
Rahmen des jetzt geförderten Folgeprojekts VEVIDE 2 nun geeignete
Industriebranchen mit hohem DSM-Potenzial in Form einer Erstanalyse in
Workshops und Seminaren mit Branchenvertretern identifiziert. Durch den
branchenspezifischen Ansatz sollen die Nutzung von
Lastmanagementpotenzialen systematisch erfasst und vereinfacht, die
Hemmschwellen bei den Unternehmen deutlich gesenkt und die Vermarktung
verfügbarer Lastmanagementpotenziale ausgeweitet werden.

Darüber hinaus wird der strommarktorientierte Betrieb einer realen
Industrieanlage unter anderem hinsichtlich der Optimierung der
Eigenversorgung getestet

sowie Strategien für die Vermarktung industrieller DSM-Potenziale an den
Regelenergiemärkten, aber auch der Strombörse entwickelt.

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