IHK Konjunkturbericht RLP: Aufschwung gewinnt an Breite

IHK-Konjunkturbericht Rheinland-Pfalz:
Aufschwung gewinnt an Breite

Die weiterhin starke Beschäftigungsdynamik, die gute
Einkommensentwicklung und das niedrige Zinsniveau stützen auch im Herbst
2017 die Binnennachfrage und sorgen damit für ein fortgesetztes
konjunkturelles Hoch in Rheinland-Pfalz. Das ist das zentrale Ergebnis
des aktuellen Konjunkturberichts der rheinland-pfälzischen Industrie-
und Handelskammern (IHKs), der auf den Antworten von mehr als 1.000
Betrieben mit über 200.000 Beschäftigten basiert.

Der sogenannte IHK-Konjunkturklimaindikator, der Lagebeurteilung und
Erwartungshaltung der Unternehmen im Land zusammenfasst, liegt aktuell
bei 125 Punkten, nach 122 Punkten im Frühsommer. Die Geschäftslage
erreicht dabei mit plus 42 Prozentpunkten einen neuen Rekordwert.
Zugleich bleiben die Erwartungen der Wirtschaft an die kommenden zwölf
Monate mit plus 11 Prozentpunkten weitgehend intakt.

Aus Sicht der IHKs erfreulich: Die Exporterwartungen der Industrie sind
trotz geopolitischer und weltwirtschaftlicher Risiken recht
optimistisch, während die positive Entwicklung der Auftragseingänge seit
Ende 2016 inzwischen für eine spürbare Ausweitung der
Produktionstätigkeit sorgt. Zum Herbst 2017 erreichen die
Auftragsbestände und die Kapazitätsauslastung der Industrie das
Spitzenniveau des Jahres 2011.

„Angesichts erfreulich robuster Investitions- und
Beschäftigungsabsichten rechnen wir auch über den Jahreswechsel mit
einer stabilen konjunkturellen Entwicklung im Land“, sagt Arne Rössel,
Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. „Dort, wo wir
vereinzelt Anzeichen einer konjunkturellen Abkühlung in einzelnen
Teilbranchen sehen, werden diese durch die anhaltend starke
Binnennachfrage kompensiert.“

„Zur guten Stimmungslage der Gesamtwirtschaft passt die insgesamt
deutlich rückläufige Risikobewertung der Unternehmen. Während der
Fachkräftemangel branchenübergreifend als Risikofaktor für die weitere
wirtschaftliche Entwicklung an Relevanz gewinnt, wird Faktoren wie dem
Inlandsabsatz, den Arbeitskosten oder den Energie- und Rohstoffpreisen
insgesamt weniger Bedeutung beigemessen“, ergänzt Robert Lippmann,
wirtschaftspolitischer Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft.

Auffälliger Ausreißer: Im Handel steigt die Risikobeurteilung in vier
von sechs Kategorien sprunghaft an. „Dem robusten Konjunkturklima im
Handel steht eine auffällige Risikobeurteilung gegenüber. Wir sehen hier
zumindest ein Warnsignal, das auch bei der Ausgestaltung der
wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen beachtet werden sollte“, so
Lippmann.

Auch auf gesamtwirtschaftlicher Ebene dürfe das Hoch nicht zu falschen
Schlussfolgerungen verleiten, mahnt Rössel: „Die gute konjunkturelle
Lage sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es eine Reihe von
standortpolitischen Herausforderungen gibt, an denen die
Entscheidungsträger arbeiten sollten, solange die Hochkonjunktur noch
anhält.“

Der vollständige Konjunkturbericht steht auf /www.ihk-rlp.de/ unter der
Nummer *3871336* zum Download bereit.

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