5. Berliner Runde zur Zukunft der Pflege

Runde zur Zukunft der Pflege

Fachkraftquote: Fachtagung diskutiert Perspektiven, Möglichkeiten und
Grenzen

„Was machen wir mit der Fachkraftquote: Ganz ohne oder ganz anders oder
weiter wie bisher!?“ Unter diesem Titel steht die 5. Berliner Runde zur
Zukunft der Pflege, zu der die rheinland-pfälzische Sozialministerin
Sabine Bätzing-Lichtenthäler und der nordrhein-westfälische
Sozialminister Karl-Josef Laumann gemeinsam eingeladen haben. Im Fokus
stand die Frage nach dem Umgang mit der Fachkraftquote angesichts des
demografischen Wandels und der Herausforderung, genügend Fachkräfte für
die Pflege gewinnen zu können.

Ministerin Bätzing-Lichtenthäler erklärte: „Pflegebedürftige Menschen,
die in stationären Einrichtungen leben, haben einen Anspruch auf die
bestmögliche Pflege. Deshalb müssen wir in eine gute Ausbildung und gute
Arbeitsbedingungen in der Pflege investieren. Auch die Fachkraftquote
ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Thema, dem sich Rheinland-Pfalz
stellt. Die konstruktive Diskussion mit namhaften Expertinnen und
Experten in der Berliner Runde zur Zukunft der Pflege hat gezeigt, dass
es keine einfachen Lösungen geben wird. Deshalb begrüße ich sehr, dass
sich die Partner der Pflege in Rheinland-Pfalz in einem gemeinsamen
Arbeitsprozess auf die Umsetzung von Modellen verständigt haben, in
deren Fokus die Sicherung der Pflege- und Betreuungsqualität auch mit
einem veränderten „Personalmix“ steht. Es ist für mich jedoch
unverzichtbar, dass diese Modelle einen Mehrwert für die Bewohnerinnen
und Bewohner erbringen und nicht nur auf die Behebung der Personalnot
abzielen. Solange keine in ihrer Wirkung nachweisbaren und
wissenschaftlich belastbaren Alternativen beschrieben werden, ist in
Rheinland-Pfalz die Fachkraftquote von fünfzig Prozent mit den
gesetzlich gegebenen Gestaltungsmöglichkeiten die geltende
Orientierungsgröße.“

In Vertretung von Minister Laumann begrüßte Staatssekretär Dr. Edmund
Heller die zahlreich erschienenen Gäste. Dr. Heller machte deutlich,
dass die derzeitige Fachkraftquote aus dem alten Heimrecht des Bundes
nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhe. Er wies darauf hin,
dass der Bundesgesetzgeber dieses Defizit im Rahmen der
Pflegestärkungsgesetze erkannt und einen verbindlichen Prozess zur
Erarbeitung von Personalbemessungsinstrumenten bis zum Jahr 2020
eingeleitet habe. „Von diesem Prozess erhoffe ich mir auch Erkenntnisse
zu einer sinnvollen und zukunftsfähigen Personalstruktur. Den
Ergebnissen dieses Prozesses wollen wir nicht vorgreifen, aber Impulse
für die Diskussion geben. Klar ist auch: Wir werden kein Risiko zu
Lasten der Pflegebedürftigen in den Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen
eingehen. Bis die Ergebnisse der Studie vorliegen, werden daher auch wir
die Fachkraftquote von fünfzig Prozent beibehalten“, erklärte der
nordrhein-westfälische Staatssekretär.

Bätzing-Lichtenthäler und Dr. Heller dankten allen Referentinnen und
Referenten der Berliner Runde, dass sie in einer kontroversen Debatte
den zukunftsorientierten Prozess in der Pflege mit ihrer Kompetenz,
ihren Ideen und Impulsen bereichert haben. Beide Politiker betonten,
dass das große fachliche Interesse an der Veranstaltung zeige, dass die
Diskussion um die Fachkraftquote ganz nah am Puls der Zeit sei und diese
Frage offensichtlich polarisiere. „Wir freuen uns, dass wir dazu
beitragen können, Forderungen und Positionen kontrovers und offen zu
diskutieren und in einen echten Austausch zu gehen“, so
Bätzing-Lichtenthäler und Dr. Heller „Wir sind uns einig, dass die
Fachkraftquote auf keinen Fall im Sinne eines Qualitätsdumpings pauschal
gesenkt werden darf. Dies wäre eine bewusste Inkaufnahme einer Pflege
‚zweiter Klasse‘.“

Das Format der Berliner Runde soll dem länderübergreifenden Austausch zu
kritischen Themen dienen und zu gemeinsamen Lösungen beitragen.
Eingeladen werden Expertinnen und Experten, die Ansätze aus
unterschiedlichen und durchaus auch kontroversen Perspektiven
diskutieren. Initiiert werden die Berliner Runden – die sich an
Vertreterinnen und Vertreter von Bund und Ländern, Organisationen der
Pflege und Selbsthilfe wie auch die interessierte Öffentlichkeit richten
– von den Gesundheitsministerien in Rheinland-Pfalz und
Nordrhein-Westfalen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter
www.menschen-pflegen.de /__/und auf der
Internetseite des rheinland-pfälzischen Sozialministeriums
.

 

This entry was posted in Allgemein and tagged , , , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.