Pflegebedarf nimmt zu – TK fordert Masterplan


Pflegebedarf in Rheinland-Pfalz nimmt zu – TK fordert Masterplan

Laut eines Branchenmonitorings der rheinland-pfälzischen Landesregierung
sollte sich die Lücke an Pflegefachkräften im Jahr 2015 auf 5.367
beziffern. Dank gezielter Maßnahmen fiel diese aber mit 1.900 um 65
Prozent geringer aus. Kurzes Aufatmen war also erlaubt. „Aber auch schon
damals war klar, dass das Problem des Pflegekräftemangels – trotz dieses
Zwischenerfolgs – nicht vom Tisch ist“, betont Jörn Simon, Leiter der
rheinland-pfälzischen Landesvertretung
der Techniker Krankenkasse (TK). Dies zeigen auch die jüngsten
Berechnungen des Statistischen Landesamtes: Während aktuell rund 116.000
Menschen im Land pflegebedürftig sind, soll ihre Zahl bis 2035 auf
nahezu 162.000 ansteigen. Das Thema ‚Fachkräftemangel in der Pflege‘
wird also auch weiterhin ganz oben
auf der Agenda stehen. Deshalb fordert die TK einen so genannten
„Masterplan Pflegeberufe“.

Ziel dieses Plans soll sein, die Attraktivität des Berufsbildes der
„Pflegefachkraft“ zu steigern. Als ein weiteres Resultat des
Maßnahmenbündels sollen
in der Pflege Beschäftigte länger in ihrem Beruf verbleiben und häufiger
in Vollzeit tätig sein. „Die durchschnittliche Verweildauer einer
ausgebildeten
Kraft in der Altenpflege beträgt derzeit etwas mehr als acht Jahre und
in der Krankenpflege nahezu 14 Jahre. Außerdem übt etwa die Hälfte der
Fachkräfte
ihren Beruf nur in Teilzeit aus“, erläutert Simon. „Daher müssen
beispielsweise interessante Rückkehrangebote entwickelt werden.
Gleichwohl gilt es zu
prüfen, ob es an flexiblen Arbeitszeitmodellen mangelt, die Pflegekräfte
davon abhalten, ihrer wichtigen Tätigkeit den Rücken zu kehren oder auch
in Vollzeit
zu arbeiten“, ist Simon überzeugt.

Auch müsste älteren Pflegekräften die Möglichkeit geboten werden, ihre
Arbeit altersgerecht zu organisieren, so dass sie länger in ihrem Beruf
tätig sein
können. Selbstverständlich sei eine angemessene Vergütung ebenso ein
Aspekt, um mehr Menschen für das Berufsfeld Pflege zu begeistern:
„Hierbei könnte
durch eine größere Lohnspreizung gezielte Anreize zur Weiterbildung
geschaffen und die Qualität der pflegerischen Versorgung gestärkt
werden“, führt derTK-Landeschef weiter aus. Infolgedessen würden sich
Pflegekräften auch mehr Perspektiven und Karrierechancen bieten.
„Außerdem will die TK pflegende Angehörige entlasten, indem wir sie
mittels Smart-Home-Lösungen besser unterstützen. Wir wissen aufgrund
einer eigenen Untersuchung, dass dies der Wunsch der meisten Menschen
ist“, so Simon.

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