Grundsicherung und Eingliederungshilfe häufigste Sozialleistungen


Ende 2016 war in Rheinland-Pfalz nach Angaben des Statistischen
Landesamtes die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung mit
knapp 43.400 Empfängerinnen
und Empfängern die am häufigsten in Anspruch genommene Hilfeart der
Sozialhilfe nach SGB XII, gefolgt von der Eingliederungshilfe für
Menschen mit Behinderungen
(31.645 Empfängerinnen und Empfänger). Während mehr Frauen als Männer
auf Grundsicherung angewiesen waren (Frauenanteil: 53 Prozent), waren es
bei der Eingliederungshilfe deutlich mehr Männer (Frauenanteil: 42 Prozent).

Die dritthäufigste Hilfeart war die Hilfe zur Pflege. Knapp 15.900
Personen erhielten Ende vergangenen Jahres entsprechende Leistungen.
Zwei Drittel der
Anspruchsberechtigten waren Frauen. Die Hilfe zum Lebensunterhalt wurde
gut 14.700 Personen gewährt, wobei Frauen und Männer annähernd
gleichermaßen auf diese Leistungen angewiesen waren (Frauenanteil: 49
Prozent). Etwa 850 Personen wurden mit Hilfen zur Gesundheit unterstützt
(Frauenanteil: 58 Prozent),
und rund 1.500 Menschen nahmen Hilfe zur Überwindung sozialer
Schwierigkeiten bzw. Hilfe in anderen Lebenslagen in Anspruch
(Frauenanteil: 44 Prozent).

Insgesamt wurden im Jahr 2016 netto mehr als 1,4 Milliarden Euro für
Sozialhilfe ausgegeben, wobei die Eingliederungshilfe mit einem Anteil
von 61 Prozent
die mit Abstand größte Position darstellte. Zusammen mit der
Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (18 Prozent) und der
Hilfe zur Pflege (14
Prozent) wurden 93 Prozent der gesamten Nettoausgaben für diese drei
Hilfearten aufgewendet. Die übrigen sieben Prozent entfielen auf die
Hilfe zum Lebensunterhalt
(vier Prozent), die Hilfen zur Gesundheit (zwei Prozent) sowie die
sonstigen Hilfen (ein Prozent).

Hintergrund

Anspruch auf Sozialhilfe nach dem Zwölften Buch des Sozialgesetzbuchs
(SGB XII) hat, wer sich in einer Notlage befindet, die nicht aus eigenen
Kräften und
mit eigenen Mitteln behoben werden kann. Die Sozialhilfe greift ein,
wenn keine anderen Leistungsansprüche bestehen etwa Unterhaltsleistungen
oder Sozialleistungen
aufgrund anderer Normen.

Zu den Leistungen der Sozialhilfe nach dem SGB XII zählen die Hilfe zum
Lebensunterhalt (3. Kapitel), die Grundsicherung im Alter und bei
Erwerbsminderung
(4. Kapitel), die Hilfen zur Gesundheit (5. Kapitel), die
Eingliederungshilfe für behinderte Menschen (6. Kapitel), die Hilfe zur
Pflege (7. Kapitel),
die Hilfe zur Überwindung sozialer Schwierigkeiten (8. Kapitel) sowie
die Hilfe in anderen Lebenslagen (9. Kapitel). Die Hilfen schließen sich
im Grundsatz
nicht gegenseitig aus. Eine Person, die parallel Leistungen
verschiedener Kapitel des SGB XII bezieht, wird bei jeder Hilfeart – und
somit mehrfach – in
der Statistik erfasst.

Die Leistungen der Sozialhilfe beseitigen bzw. mildern die Folgen von
Behinderungen, gesundheitlichen und altersbedingten Einschränkungen und
decken den
Bedarf an Ernährung, den hauswirtschaftlichen Bedarf sowie die
persönlichen Bedürfnisse des täglichen Lebens.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung Nr. 81 (Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung)
Pressemitteilung Nr. 139 (Ausgaben der Sozialhilfe)
Pressemitteilung Nr. 141 (Hilfe zum Lebensunterhalt)
Pressemitteilung Nr. 194 (Leistungen nach dem 5. bis 9. Kapitel SGB XII)

Datengrundlage:
Statistik der Empfänger von Hilfe zum Lebensunterhalt: Die Daten erhält
das Statistische Landesamt einmal jährlich von den Landkreisen und den
Delegationsgemeinden,
d. h. Verbandsgemeinden bzw. verbandsfreien Gemeinden sowie den
kreisfreien Städten.

Statistik der Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei
Erwerbsminderung: Die Daten werden ab dem Berichtsjahr 2015 zentral
durch das Statistische
Bundesamt erhoben und den Statistischen Landesämtern zu
Auswertungszwecken zur Verfügung gestellt.

Statistik über die Empfänger von Leistungen nach dem 5. bis 9. Kapitel
SGB XII: Die Daten erhält das Statistische Landesamt einmal jährlich von
den kreisfreien
Städten und Landkreisen als zuständige örtliche Träger und dem Landesamt
für Soziales, Jugend und Versorgung als zuständiger überörtlicher Träger
der Sozialhilfe
sowie den kreisangehörigen Gemeinden und Gemeindeverbände, soweit sie
Aufgaben des Zwölften Buches des Sozialgesetzbuchs (SGB XII) wahrnehmen.

Ausgaben der Sozialhilfe: Die Daten erhält das Statistische Landesamt
jährlich von den Sozialämtern der kommunalen Gebietskörperschaften und
vom Landesamt
für Jugend, Soziales und Versorgung.

Die Empfängerzahlen beziehen sich auf den Stichtag 31.12. bzw. bei der
Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung auf Dezember, die
Ausgaben umfassen
das gesamte Jahr.

Die Nettoausgaben entsprechen den insgesamt ausgezahlten Beträgen
abzüglich der Einnahmen (z. B. Kostenersatz, Erstattungen von
Sozialleistungsträgern).

Hilfebedürftige, die erwerbsfähig sind, bekommen infolge der sog. Hartz
IV-Reformen seit 2005 Leistungen der Bundesagentur für Arbeit nach dem
Zweiten
Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II).

Autorin: Dr. Julia Stoffel (Referat Auswertungen, Analysen Abteilung 1)

Eingliederungshilfe, Pflege

This entry was posted in Allgemein and tagged , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.