Erneuerung der mobilen Hochwasseranlage in Meisenheim/Glahn geplant


SGD Nord: Hochwasserschutzanlage Meisenheim – Erneuerung der mobilen
Schutzelemente geplant

Aktuell hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord die
Erneuerung der mobilen Schutzelemente an der Hochwasserschutzanlage in
Meisenheim geplant.
Bei einem Vor-Ort-Termin informierte sich SGD Nord Präsident Dr. Ulrich
Kleemann zusammen mit Vertretern der Stadt und der Verbandsgemeinde
Meisenheim über die bevorstehende Maßnahme. Dabei wurde den Teilnehmern
das Projekt vorgestellt und die zukünftige Modernisierung der Anlage
anhand eines Modells demonstriert.

„Mit dem Hochwasserschutz haben viele Kommunen eine enorme Aufgabe zu
tragen, die ohne finanzielle Unterstützung des Landes nicht zu
bewältigen wäre. Hochwasserschutz stellt daher einen unserer
Arbeitsschwerpunkte dar. Neben dem Bau von technischen
Hochwasserschutzanlagen wie zum Beispiel hier in Meisenheim sowie der
,Aktion Blau Plus‘ zur Förderung des natürlichen Wasserrückhaltes in der
Gewässeraue, gehört nicht zuletzt auch die Förderung von
Hochwasserschutzkonzepten für Städte und Gemeinden zu unseren Aufgaben
innerhalb des ganzheitlichen Hochwasserrisikomanagements. Ich freue mich
daher, dass wir Meisenheim mit der
Erneuerung ihrer mobilen Hochwasserschutzanlage unterstützen können“, so
SGD Nord Präsident Dr. Kleemann.

Stadtbürgermeister Gerhard Heil wie auch der Bürgermeister der
Verbandsgemeinde Dietmar Kron begrüßen dankbar die wertvolle
Unterstützung des Landes.

„Die Ertüchtigung des mobilen Hochwasserschutzes ist für die Stadt
Meisenheim wahrlich kein Luxus. Nach dem verheerenden Winterhochwasser
1981 wurde diese Marke mehrfach deutlich überschritten. Mit dem
Engagement des Landes schützen wir nicht nur die kulturhistorische
Bausubstanz der Meisenheimer Altstadt, sondern auch Existenzen. Deswegen
sind die aufzuwendenden Finanzmittel bestens angelegt“, freuten sich die
Bürgermeister.

Bürgermeister Kron unterstreicht abschließend die sehr gute und
kooperative Zusammenarbeit mit dem Fachreferat der SGD Nord, die die
Arbeit der Wasserwehr vor Ort zukünftig wesentlich vereinfacht.

Ziel der Maßnahme ist es, das bei Hochwasser eingesetzte
Holzbohlensystem durch zeitgemäße, mobile Aluminiumelemente zu ersetzen
sowie die dafür erforderlichen baulichen Voraussetzungen an der
vorhandenen Hochwasserschutzanlage zu schaffen.

Für das nördliche Rheinland-Pfalz werden Planung und Ausbau von
öffentlichen Hochwasserschutzanlagen am Glan als Landesaufgabe durch die
SGD Nord durchgeführt.
Mit der Objektplanung hat die SGD Nord das Ingenieurbüro Francke&Knittel
aus Mainz beauftragt. Auch die ausführende Firma IBS Technics aus
Thierhaupten
wurde nach öffentlicher Ausschreibung bereits gefunden. Damit kann nach
Herstellung der neuen mobilen Elemente das neue System im Frühjahr 2018
eingebaut und in Betrieb genommen werden. Bis dahin muss noch das alte
System im Hochwasserfall benutzt werden.

Die Erneuerung der mobilen Schutzanlage wurde im Vorfeld mit der
Verbandsgemeinde und der Stadt Meisenheim abgestimmt. Die
voraussichtlichen Baukosten für die Maßnahme betragen rund 190.000 Euro.
Davon werden 90 Prozent vom Land Rheinland-Pfalz finanziert. Die
verbleibenden 10 Prozent trägt die Verbandsgemeinde
Meisenheim als Eigenanteil.

Die Erneuerung des mobilen Hochwasserschutzes in Meisenheim ist jedoch
nicht die einzige Maßnahme der SGD Nord vor Ort. So soll im nächsten
Jahr auch die
ökologische Durchgängigkeit an der unmittelbar an der
Hochwasserschutzmauer gelegenen Wehranlage im Glan durch die Errichtung
einer rauen Sohlengleite
hergestellt werden. Diesbezüglich wird die SGD Nord am 14. Dezember 2017
um 19.00 Uhr bei der VG Meisenheim die geplante Maßnahme vorstellen.
Hierzu sind
alle Interessierten recht herzlich eingeladen. Eine Information im
örtlichen Mitteilungsblatt erfolgt in Kürze.

Zum Hintergrund:

Die Hochwasserschutzanlagen in Meisenheim wurden im Jahr 1986 und 1992
durch das damalige Wasserwirtschaftsamt Koblenz errichtet. Damit das
Stadtbild der historischen Altstadt nicht beeinträchtigt wird, musste
seinerzeit bei dem Bau der Hochwasserschutzmauer in Teilbereichen auf
die Berücksichtigung eines
Freibords verzichtet werden. Um den Wegfall des Freibords zu
kompensieren und ein Überfluten der Altstadt zu verhindern, musste die
Hochwasserschutzmauer
in den folgenden Jahren im Hochwasserfall durch die Stadt Meisenheim
immer wieder durch das Stapeln von rund 8.000 Sandsäcken erhöht und
gesichert werden.

Anfang 1996 wurde die sehr personalintensive Verwendung von Sandsäcken
durch ein mobiles Dammbalkensystem aus Holzbohlen ersetzt. Das circa 60
Zentimeter hohe Dammbalkensystem wurde seitdem wiederholt eingesetzt.
Die Handhabung der sperrigen und schweren Holzbohlen ist jedoch äußerst
schwierig und sehr zeitintensiv.
Auch hat sich das Holzbohlensystem über die Jahre stark abgenutzt,
sodass eine Erneuerung durch moderne Aluminiumelemente nötig ist.

Weitere Informationen unter:
www.sgdnord.rlp.de

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