Das ist neu im Steuerrecht ab 01.01.18

Steuern
Was ist neu im Steuerrecht ab 01. Januar 2018?

Zum Jahreswechsel treten einige Änderungen und Anpassungen im
Steuerrecht in Kraft. „Vor allem werden der Kinderfreibetrag und das
Kindergeld erhöht. Auch der Grundfreibetrag wird angehoben, was allen
Einkommensteuerzahlern zu Gute kommt“, teilte die rheinland-pfälzische
Finanzministerin Doris Ahnen heute in Mainz mit.

Außerdem werde die Grenze für die Sofortabschreibung geringwertiger
Wirtschaftsgüter von 410 Euro auf 800 Euro erhöht. Durch die
Verschiebung der
Eckwerte des Einkommensteuertarifs werde der Inflationsausgleich
berücksichtigt und
Altersvorsorgeaufwendungen könnten steuerlich besser abgesetzt werden.

„Das Steuerrecht bedarf fortwährender Anpassungen. Unsere Steuerverwaltung,
insbesondere die örtlich zuständigen Finanzämter und ihre
Service-Center, sind für die Fragen und Anliegen der Bürgerinnen und
Bürger erreichbar“, ergänzte Ahnen.

Im Detail gestalten sich die Änderungen ab 2018 wie folgt – ein Überblick:

Kinderfreibetrag
Der Kinderfreibetrag wird um 72 Euro auf dann 4.788 Euro erhöht. Mit dem
Freibetrag für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung können Eltern
dann 7.428 Euro pro
Kind steuerlich geltend machen.

Kindergeld
Das Kindergeld steigt um monatlich zwei Euro pro Kind. Für die ersten
beiden Kinder beträgt es dann monatlich je 194 Euro, für das dritte
Kind 200 Euro. Ab dem vierten Kind erhalten Eltern jeweils 225 Euro.
Grundfreibetrag
Der Grundfreibetrag steigt um 180 Euro auf 9.000 Euro. So werden 2018
bei einem Ledige erst ab einem zu versteuernden Einkommen von mehr als
9.000 Euro im Jahr
Steuern fällig. Bei Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern
verdoppelt sich der Betrag auf 18.000 Euro.

Geringwertige Wirtschaftsgüter
Nach dem 31.12.2017 angeschaffte oder hergestellte Wirtschaftsgüter können
steuerlich sofort abgeschrieben werden, wenn sie netto nicht mehr als
800 Euro
(einschließlich 19 % Umsatzsteuer 952 Euro) gekostet haben.

Kalte Progression
Die Eckwerte des Einkommensteuertarifs werden verschoben. Dadurch soll die
sogenannte „kalte Progression“ ausgeglichen werden. Kalte Progression
tritt dann ein,
wenn Lohn- und Gehaltssteigerungen lediglich die Inflation ausgleichen,
es aber
trotzdem wegen der mit höheren Einkommen steigenden Steuersätze zu einer
Steuermehrbelastung kommt. Durch die Verschiebung der Tarifeckwerte wird
ein
Inflationsausgleich in den Einkommensteuertarif eingebaut.

Unterhalt
Für das Jahr 2018 erhöhen sich die Unterhaltskosten, die als
außergewöhnliche
Belastungen geltend gemacht werden können, um 180 Euro auf maximal 9.000
Euro.

Altersvorsorgeaufwendungen
Steuerpflichtige können Vorsorgeaufwendungen für das Alter steuerlich
besser
absetzen, wie z.B. Beiträge zur gesetzlichen Rentenkasse oder zu
Versorgungswerken. Bis zu einem Höchstbetrag von 23.712 Euro sind diese als
Sonderausgaben zu berücksichtigen. Maximal können 86 Prozent abgesetzt
werden.
Bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die in die gesetzliche
Rentenversicherung einzahlen, wird von den Vorsorgeaufwendungen der
steuerfreie Arbeitgeberanteil
abgezogen. Außerdem wird die Förderung privater Altersvorsorgeverträge,
die sog. Riester-Zulage, von derzeit 154 € auf 175 € aufgestockt.

Steuerklassenwechsel von Steuerklassenkombination III/V in IV/IV
Ehegatten/Lebenspartner, die beide Arbeitnehmer sind, werden
grundsätzlich beide in Steuerklasse IV eingestuft. Ein
Steuerklassenwechsel zur Steuerklassenkombination III/V muss von beiden
Ehegatten/Lebenspartner beantragt werden. Wurde die
Steuerklassenkombination III/V bereits 2017 berücksichtigt, gilt dies
weiterhin auch für 2018. Neu ab 2018 ist, dass die Rückkehr zur
Steuerklassenkombination IV/IV auch
auf den alleinigen Antrag eines Ehegatten/Lebenspartners möglich ist.
Das bedeutet, dass ab 2018 die Steuerklassenkombination nur solange
gilt, wie dies von beiden Ehegatten/Lebenspartner gewollt ist. Der
geringer verdienende
Ehegatte/Lebenspartner kann nun beispielsweise im Trennungsjahr ohne
Zustimmung des anderen Ehegatten/Lebenspartner von der ungünstigeren
Steuerklasse V in die Steuerklasse IV zurückkehren.

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