SGD Süd macht sich beizeiten Gedanken um Weihnachtsbaumentsorgung

Nach den Festtagen: Wohin mit dem Weihnachtsbaum?

Gestern noch festlicher Glanzpunkt im Haus, heute „pflanzlicher Abfall“

Neustadt an der Weinstraße 27.12.17 – – Weihnachten 2017 ist bereits
vorbei und nun kommt die Frage auf: Wohin mit dem Baum? Gestern noch
strahlender Mittelpunkt der Feierlichkeiten und heute nur noch Abfall.
Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) gibt Tipps zur
Entsorgung nach den Festtagen.

Was muss ich vor der Entsorgung beachten?

Das Entfernen von Kugeln, LEDs, Kerzen, Lametta und anderem Schmuck ist
Voraussetzung für eine problemlose Entsorgung des ehemaligen
Weihnachtsbaums. Fast alle pfälzischen Kommunen richten für die
abgeschmückten Bäume Sammelplätze ein , bei denen die Bäume kostenfrei
abgegeben werden können oder sie holen die
ausrangierten Bäume ab.

Was passiert mit den eingesammelten Bäumen?

Die Verarbeitung zu Kompost oder zu Brennstoffen wird meist
spezialisierten Unternehmen überlassen, die auch Forstabfälle sowie
Garten- und Parkabfälle
in großen Mengen verwerten.

Der schöne Baum: nur noch „pflanzlicher Abfall“?

Rechtlich gesehen gehören Weihnachtsbäume zu den pflanzlichen Abfällen.
Pflanzliche Abfälle aus Haushalten sind grundsätzlich den
öffentlich-rechtlichen
Entsorgungsträgern zu überlassen. In Rheinland-Pfalz sind dies die
Landkreise und kreisfreien Städte mit ihren Entsorgungsbetrieben.

Wenn ich mich aber zum Zeitpunkt der Sammlung oder Abholung noch nicht
von meinem Baum trennen will?

Ausgenommen von der Überlassungspflicht sind pflanzliche Abfälle, wenn
man sie selbst ordnungsgemäß verwerten kann. Mit Selbstverwertung bei
pflanzlichen
Abfällen ist Kompostierung gemeint. Die Eigenkompostierung von
Nadelbäumen im häuslichen Garten erfordert allerdings erheblichen
Aufwand und Erfahrung.
Gute Erfolge werden meist nur durch Kleinhäckseln und Vermischung mit
anderen Grünabfällen erzielt.

Vom Weihnachtsbaum zum Energie-Erzeuger?

In Zeiten der Energiewende ist an die Nutzung des ausrangierten
Weihnachtsbaums zur Erzeugung von Strom und Wärme zu denken. Ein
durchschnittlicher Weihnachtsbaum erzeugt genug Strom für den Betrieb
der zuvor auf seinen Ästen genutzten Lichterkette. 500 Weihnachtsbäume
können in Form von Hackschnitzeln einen Durchschnittshaushalt
ganzjährig elektrisch versorgen oder in der Wärmenutzung knapp 1000
Liter Heizöl sparen.

Also selbst im Kamin verbrennen?

Zersägte Weihnachtsbaumstämme können grundsätzlich zum Beheizen von
privaten Heizkaminen und Kaminöfen genutzt werden. Die „Verordnung über
kleine und mittlere Feuerungsanlagen“ gibt aber Grenzen vor. Nur wenn
der Feuchtegehalt des Brennstoffs unter 25 Prozent liegt, ist das
Verheizen von naturbelassenem Holz
zulässig.

Jedoch muss Tannen- und Fichtenholz mindestens ein Jahr gelagert werden,
um diesen Feuchtigkeitsgehalt von unter 25 Prozent zu erreichen. Wer
trotzdem feuchtes Holz verfeuert, vergeudet die Energie, die für die
Verdampfung des im Holz enthaltenen Wassers benötigt wird. Dadurch wird
die Verbrennungstemperatur herabgesetzt.
Die Folge: verstärkte Ruß-, Teer- und Rauchbildung. Dem Kamin bekommt
der feuchte Brennstoff ebenfalls nicht; er kann versotten.

Unser Tipp:

Verfeuern Sie keinen Weihnachtsbaum im heimischen Kamin. Die Überlassung
an die Entsorgungsbetriebe der Kommunen ist die einfachste und auch
umweltverträglichste Lösung.

Oder: Warum nicht mal ein Bäumchen mit Wurzeln im Topf kaufen?. Dieses
kann nach dem Fest im heimischen Garten eingepflanzt werden und sie
können sich daran erfreuen.

Den Weihnachtsbaum im heimischen Garten verbrennen?

Das Landeskreislaufwirtschaftsgesetz und die Landesverordnung über die
Verbrennung pflanzlicher Abfälle geben hierzu Auskunft. Die Verbrennung
von Weihnachtsbäumen zum Zweck der Abfallbeseitigung ist danach nicht
zulässig, weil die Verwertung möglich ist und weil die
öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger die Entsorgung
anbieten.

Aber: Auf zum Knut-Fest! Brauchtum statt Abfallentsorgung!

Knut-Feste erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das Verbrennen von
Weihnachtsbäumen auf den Knut-Festen dient nicht der Entsorgung von
pflanzlichen Abfällen. Die Landesverordnung über die Verbrennung
pflanzlicher Abfälle ist daher nicht anwendbar. Aus Sicht der SGD Süd
handelt es sich nämlich um ein Brauchtum, vergleichbar der
traditionellen Winterverbrennung und den Osterfeuern. Bei den meisten
Knut-Festen, die von örtlichen Vereinen organisiert werden, bewachen die
Ortsfeuerwehren die Feuer. Die Organisatoren achten auch darauf, dass
die eingesammelten Weihnachtsbäume frei von Schmuck sind, da dies bei
der Verbrennung zu Schadstoffemissionen führen könnte.

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