AK Asyl/Flüchtlingsrat: Junge – gehts noch?

Junge geht’s noch?

Sachliche und an Tatsachen orientierte Diskussion wird ersetzt durch
rechte Betroffenheitssemantik und perfide Argumentationsketten

„Der Tag wird kommen, an dem wir alle Ignoranten, Unterstützer,
Beschwichtiger, Befürworter und Aktivisten der Willkommenskultur im
Namen der unschuldigen
Opfer zur Rechenschaft ziehen werden.“, twitterte Junge, der
AfD-Landesvorsitzende und Fraktionschef nach der Gewalttat in Kandel.

Mit diesem Tweet löst Junge Fassungslosigkeit und Empörung aus. Sich
anzumaßen „im Namen der unschuldigen Opfer“ zu sprechen und jene, die
sich für die Wahrung und Achtung der Menschenrechte engagieren, zur
Rechenschaft ziehen zu wollen, sind Allmachtsfantasien des
Landesvorsitzenden.

Mit seinem Tweet heizt Junge bewusst die in den Medien stattfindende
Diskussion um die schreckliche Tat eines 15-Jährigen in Kandel, der
seine Ex-Freundin erstach, mit an den Haaren herbeigezogenen
Zusammenhängen an.

Die Tatsache, dass ein minderjähriger Flüchtling aus Afghanistan eine
solche Tat begangen hat, wird von den rechts-konservativen und rechten
Parteien, wie der AfD, und deren Anhängern missbraucht.

Insbesondere die AfD schürt mit ihren rassistischen Positionen Angst und
Fremdenhass. Zudem unterstellt Junge mit seinen Äußerungen, dass
Menschen, die sich für Flüchtlinge einsetzen, für solche Taten
mitverantwortlich sind. Der Duktus der Äußerungen und die perfide
Argumentationskette Junges erinnern uns an die dunkelste Zeit Deutschlands.

Diese Tat ist ein Fall von Gewalt gegen Frauen im Beziehungskontext. Sie
ist schrecklich und zu verurteilen und der Täter muss in einem
rechtsstaatlichen
Prozess einer, durch ein Gericht verhängten, Strafe zugeführt werden.
Als Vertreter von Menschen, die sich solidarisch für die Rechte und
Belange von Flüchtlingen engagieren, stellt sich der AK Asyl –
Flüchtlingsrat RLP e.V. dezidiert gegen die Drohung von Uwe Junge.

Der AK Asyl – Flüchtlingsrat RLP e.V. appelliert an Politik und jeden
Einzelnen sich gegen solche rassistische Kommentare zu positionieren.
Der AK Asyl – Flüchtlingsrat RLP e.V. plädiert für eine sachliche und
differenzierte Diskussion, insbesondere im Zusammenhang mit Straftaten,
wie der in Kandel!

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