Malu Dreyer fordert mehr Transparenz bei Entscheidungen durch automatisierte Algorithmen

Digitalisierung

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Mehr Transparenz bei automatisierten
Entscheidungen durch Algorithmen

„Bei automatisierten Entscheidungen, die von Algorithmen getroffen
werden, muss es mehr Transparenz und eine unabhängige Kontrolle geben“,
forderte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die Ministerpräsidentin
schlägt hierzu vor, eine bundesweite Zertifizierung von Algorithmen
sowie eine Beschwerdestelle für Nutzerinnen und Nutzer einzuführen.

„Das Zertifikat soll bestätigen, dass Algorithmen bestimmte Kriterien
erfüllen. Wir müssen uns auf gemeinsame Standards verständigen, die
weitgehend verhindern, dass Algorithmen diskriminierend wirken oder der
Vertrauensschutz der Nutzerinnen und Nutzer im Hinblick auf Daten
verletzt wird“, so die Ministerpräsidentin.

Der Landesrat für digitale Entwicklung und Kultur, dem Persönlichkeiten
aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft angehören und der die
Ministerpräsidentin berät, fordert zudem den Aufbau einer Stelle, die
die Zertifizierung durchführt. Sie soll die Einhaltung der Kriterien
prüfen und als Beschwerdestelle für Nutzerinnen und Nutzer dienen.
Außerdem sei eine Intensivierung der Anstrengungen zur sicheren
Beherrschung wichtiger innovativer Technologien und Anwendungen
notwendig, zum Beispiel Technologien aus dem Bereich der künstlichen
Intelligenz und Anwendungen in autonomen Systemen.

Ausdrücklich begrüßte Ministerpräsidentin Malu Dreyer das vom
Bundesverband der Verbraucherzentralen veröffentlichte Thesenpapier
„Algorithmenbasierte Entscheidungsprozesse“.
„Wir stellen als Gesellschaft noch zu wenig Fragen hinsichtlich
Algorithmen und ihrer Wirkung“, erklärte die Ministerpräsidentin. „Wie
viel Entscheidungsmacht
wollen wir an Algorithmen abgeben, wie sollen Algorithmen abgesichert
werden und wie kann die Gesellschaft bestmöglich von Algorithmen
profitieren? Diese
Fragen müssen gesamtgesellschaftlich breiter diskutiert werden.“

Automatisierte Entscheidungsfindungen durch Algorithmen seien weit
verbreitet, erläuterte die Ministerpräsidentin. Sie würden in Zukunft
zunehmend durch
Technologien wie künstliche Intelligenz unterstützt. Diese Automatismen
seien in vielen Fällen im Sinne des Benutzers, beispielsweise wenn ein
Algorithmus
im Navigationsgerät den besten Weg ohne Baustellen und Staus umgehend
von alleine errechne. „Algorithmen können aber auch diskriminierend
wirken“, so die
Ministerpräsidentin. Sie verwies auf Fälle aus den USA, in denen
Bewerbungen durch Computerprogramme vorsortiert würden. Algorithmen
seien zudem bei Versicherungsunternehmen
imstande, die Lebenserwartung von Menschen zu berechnen, und seien so an
der Entscheidung beteiligt, welcher Kunde welchen Tarif bekomme. Das sei
den Nutzerinnen und Nutzern oftmals gar nicht bewusst.

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