TK fordert Masterplan für mehr Hände in der Pflege

Mainz, 16. Januar 2018. „Vor allem im Gesundheitswesen warten große
Herausforderungen auf uns, die angegangen und gemeistert werden müssen“,
betont Jörn Simon, Leiter der rheinland-pfälzischen Landesvertretung der
Techniker Krankenkasse (TK) anlässlich der abgeschlossenen Sondierungen.
Deshalb sei er sehr froh, dass sich die beteiligten Parteien nun auf ein
gemeinsames Sondierungspapier verständigt haben. Simon: „Im
Pflegebereich will die zukünftige Koalition Arbeitsbedingungen und auch
Vergütung verbessern. Das begrüßen wir sehr. Allerdings braucht es ein
Bündel an Maßnahmen, die gut ineinander greifen.“ Deshalb
schlägt die TK vor, einen „Masterplan Pflegeberufe“ zu erarbeiten. Um
mehr Hände für die Pflege zu gewinnen, reiche es nicht aus, neue
Fachkräfte zu motivieren. Genauso wichtig sei es, Maßnahmen zu
implementieren, welche die Rahmenbedingungen derart verbessern, dass
Menschen, die bereits heute in der Pflege beschäftigt sind, länger in
ihrem Beruf arbeiten können und dies auch öfters in Vollzeit.
Wie der TK-Landesvertretungsleiter ausführt, betrage die
durchschnittliche Verweildauer einer ausgebildeten Kraft in der
Altenpflege derzeit nur etwas mehr
als acht Jahre und in der Krankenpflege knapp 14 Jahre. Außerdem übe
etwa die Hälfte der Fachkräfte ihren Beruf nur in Teilzeit aus.
„Flexible Arbeitszeitmodelle könnten Pflegekräfte davon abhalten, dieser
wichtigen Tätigkeit den Rücken zu kehren. Sie könnten zudem motivieren,
in Vollzeit zu arbeiten“, ist Simon
überzeugt. Darüber hinaus müsste älteren Pflegekräften die Möglichkeit
geboten werden, ihre Arbeit altersgerecht zu organisieren, so dass sie
länger in
ihrem Beruf tätig sein können. Selbstverständlich sei eine angemessene
Vergütung ebenso ein Aspekt, um mehr Menschen für das Berufsfeld Pflege
zu begeistern
oder länger im Beruf zu halten: „Hierbei könnten durch eine größere
Lohnspreizung gezielte Anreize zur Weiterbildung geschaffen und die
Qualität der pflegerischen Versorgung gestärkt werden“, regt Simon an.

Um diese Ziele kurzfristig und berufsfeldübergreifend zu adressieren,
müsse koordiniert agiert werden. „Es handelt sich um eine
gesamtgesellschaftliche
Herausforderung. Daher sollten neben Bund, Ländern und Kommunen im
geforderten Masterplan, auch öffentliche und private Kostenträger sowie
Leistungserbringer und -träger eingebunden werden“, appelliert Simon.

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