Grüne weiter skeptisch bei Gigalinern – strenge Kriterien gefordert

Gigaliner in Rheinland-Pfalz – strenge Kriterien müssen beachtet werden

Als eines der letzten Bundesländer starten ab Montag nun auch sogenannte
Gigaliner in Rheinland-Pfalz. Dazu äußert sich Jutta Blatzheim-Roegler,
verkehrspolitische
Sprecherin der GRÜNEN im Landtag Rheinland-Pfalz:

„Ende 2017 hat der Bund grünes Licht für den Einsatz von Gigalinern in
Rheinland-Pfalz gegeben. Die bislang frei gegebenen Strecken erfüllen
die Bedingungen,
die wir GRÜNE aufgestellt haben: Eine Konkurrenz zu bestehenden,
parallelen Bahntransporten besteht nicht und die Riesenlaster dürfen
keine Orte passieren.
Außerdem dürfen sie nicht schwerer als die in der Bundesrepublik
erlaubten 40 Tonnen sein, was dem Gewicht herkömmlicher Lkw entspricht.
Auf dieser Grundlage
hat das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium, dem Ressortprinzip
folgend, vor knapp eineinhalb Jahren sein Interesse an solchen Strecken
an den Bund
gemeldet.“

Offene Fragen sieht Blatzheim-Roegler nach wie vor hinsichtlich der
Verkehrssicherheit, vor allem auf vielbefahrenen Autobahnen. „Täglich
schwere Lkw-Unfälle
haben dazu geführt, dass sich die Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber
dem Straßen-Güterverkehr auf geringem Niveau bewegt. Zusätzliche
Investitionen für
den Gigaliner, etwa an Rastanlagen, halten wir angesichts anderer
Aufgaben im Bereich der Infrastruktur für nicht vertretbar.“

Nicht von der Hand zu weisen sei, dass die großen Lastwagen bezüglich
des Transports leichter, aber voluminöser Ladung Vorteile bieten können,
wie beispielsweise
weniger Spritverbrauch und auch weniger Emissionen pro Kubikmeter
Fracht. Auch, dass das Gesamtgewicht auf mehr Achsen verteilt ist, könne
dazu beitragen,
dass sich die Straßenbelastung durch den einzelnen Gigaliner nicht
erhöht. Blatzheim-Roegler weiter: „Insgesamt muss man sich aber fragen,
ob wir nicht
einfach zu viel Ware zu oft bewegen. Leere Dosen von A nach B zu
transportieren, scheint in der Ökobilanz wenig nachhaltig zu sein.
Mehrwegprodukte und
regionale Wirtschaftskreisläufe können auch den Güterverkehr reduzieren.“

Nicht zuletzt dürfe bei der Diskussion um Gütertransport nicht außer
Acht gelassen werden, dass die Bahn eine ganz zentrale Rolle spielt.
Blatzheim-Roegler
abschließend: „Die Bahn muss bei der Umsetzung von leisen Güterzügen
einen Zahn zulegen. Nur so wird die Akzeptanz für den Transport auf der
Schiene steigen können.“

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