Universitätsmedizin Mainz ist Exzellenzzentrum für MDS

Universitätsmedizin Mainz ist Exzellenzzentrum für das
Myelodysplastische Syndrom (MDS)

Herausragende Expertise bei der Versorgung von MDS-Patienten bescheinigt

(Mainz, 29. Januar 2017, ok) Das Myelodysplastische Syndrom (MDS) ist
eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks und des Blutes mit sehr
unterschiedlichem
Verlauf. Ein MDS zählt insbesondere im höheren Lebensalter zu den
häufigsten Krankheitsbildern des blutbildenden Systems. In Deutschland
gibt es bisher
nur wenige Anlaufstellen für das Myelodysplastische Syndrom (MDS). Die
Myelodysplastic Syndromes Foundation (MDSF), ein internationales
Netzwerk von Ärzten
und Wissenschaftlern mit Hauptsitz in New York, hat jetzt der
Universitätsmedizin den Titel Exzellenzzentrum für das
Myelodysplastische Syndrom (MDS) verliehen.

„Nur Krankenhäuser mit höchsten Standards bei der Behandlung und
Betreuung von MDS-Patienten erhalten das Label ´anerkanntes
Exzellenzzentrum für das Myelodysplastische Syndrom´. Es ist also eine
besondere Auszeichnung unserer Expertise. Betroffenen signalisiert
dieses Label, das sie hier eine optimale Behandlung erwarten dürfen“,
unterstreicht Prof. Dr. Markus Radsak, Oberarzt und Leiter der
Spezialambulanz Myelodysplastisches Syndrom (MDS) der
Universitätsmedizin Mainz.
Die Spezialambulanz MDS ist Teil der III. Medizinischen Klinik und
Poliklinik und des Universitären Centrums für Tumorerkrankungen Mainz
(UCT Mainz).

Für die Anerkennung als Exzellenzzentrum musste die Spezialambulanz die
Richtlinien der Myelodysplastic Syndromes Foundation (MDSF) erfüllen.
Für die Zulassung
galt es unter anderem, onkologische Forschungsaktivitäten und
Veröffentlichungen von Forschungserkenntnissen auf dem Gebiet MDS in
renommierten Fachzeitschriften
nachzuweisen. Prof. Radsack leitet seit 2010 eine Arbeitsgruppe, die
diese Kriterien erfüllt. Sie erforscht unter anderem die Grundlagen der
Krankheitsentstehung.
Auch hat die Spezialambulanz MDS bereits zahlreiche nationale und
internationale klinische Studien zur Behandlung dieser schwerwiegenden
Erkrankung durchgeführt.

Die Spezialambulanz bietet Betroffenen sowohl eine umfassende Diagnostik
als auch ein breites Spektrum an Therapien zur Behandlung ihrer MDS
Erkrankung
an. „Unsere Therapiekonzepte sind ganz individuell auf die persönlichen
Bedürfnisse der MDS-Patienten zugeschnitten“, bemerkt Professor Radsak.
Für die
Therapie eines MDS stehen den Ärzten der Spezialambulanz verschiedene
Behandlungsoptionen zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise Verfahren
wie Transfusionen, Hormontherapien oder Eisenchelatoren, mit denen sich
die Krankheitssymptome lindern lassen. Eisenchelatoren binden Eisen im
Körper und führen zur Ausscheidung des Metalls. Sie werden bei
bestimmten Formen der Blutarmut wie beispielsweise einer Anämie
eingesetzt. Des Weiteren lässt sich eine MDS auch mittels der
sogenannten allogenen Stammzelltransplantation behandeln, die bisweilen
sogar eine Heilung ermöglicht, aber zu den komplikationsreichen
Verfahren zählt.

Vor dem Hintergrund, dass die Blutzellen von MDS-Patienten genetisch und
in vielen Fällen auch funktionell defekt sind, führt die Spezialambulanz
auch
molekularbiologische Untersuchungen durch.

„Es freut mich sehr, dass unsere Spezialambulanz für MDS als bislang
einziges MDS-Kompetenzzentrum in ganz Rheinland-Pfalz jetzt auch als
Exzellenzzentrum
ausgezeichnet wurde“, beglückwünscht der Direktor der III. Medizinischen
Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr.
Matthias Theobald
das Team der Spezialambulanz MDS.

Ein MDS kann altersunabhängig auftreten. Mehrheitlich sind jedoch
Personen über 60 Jahre betroffen. Im höheren Lebensalter gehört MDS zu
den häufigsten
bösartigen Bluterkrankungen. In Deutschland tritt das Krankheitsbild
jährlich bei vier bis 20 Personen pro 100.000 Einwohner auf. Die
fehlerhafte Ausreifung
von Blutvorläuferzellen im Knochenmark hat eine krankhaft veränderte
Zusammensetzung des Blutes zur Folge. Blutzellen sind nicht mehr in der
Lage, ihre
vorgesehene Funktion zu erfüllen, woraus in der Regel eine starke
Vermehrung von ausreifenden Blutzellen im Knochenmark bei gleichzeitigem
Mangel an reifen
Zellen im Blut resultiert. Infolgedessen kommt es oft zu einem Mangel an
roten Blutzellen (Anämie) sowie zu Störungen, die die Abwehrfunktion des
Körpers
beeinträchtigen und die Blutstillung verzögern. Bei zahlreichen
MDS-Patienten kann sich aus der komplexen Grunderkrankung eine Leukämie
entwickeln, so
dass regelmäßige Kontrollen und Einschätzungen in Hinblick auf einen
Behandlungsbedarf durch Experten sinnvoll und notwendig sind.

This entry was posted in Allgemein and tagged , , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.