Berufsbildung muss inklusiver werden

Berufsbildung muss inklusiver werden

Berlin – Anlässlich der laufenden Koalitionsverhandlungen empfiehlt das
Deutsche Institut für Menschenrechte, die allgemeine Berufsausbildung so
zu gestalten,
dass mehr Menschen mit Behinderungen eine anerkannte Berufsausbildung
abschließen können.

„Die Politik sollte die Voraussetzung für eine inklusive berufliche
Bildung schaffen“, sagt Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle
UN-Behindertenrechtskonvention
des Deutschen Instituts für Menschenrechte. „Nur wer eine anerkannte
Berufsausbildung abschließt, hat reelle Chancen auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt.“

Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderungen haben derzeit nicht
dieselben Chancen auf Zugang zur allgemeinen beruflichen Bildung wie
Nichtbehinderte.
Rund 40 Prozent der Auszubildenden mit Behinderungen absolvieren
Sonderausbildungen in eigens dafür geschaffenen Einrichtungen, die nicht
an die betriebliche
Praxis angeschlossen sind. Diese Abschlüsse haben auf dem regulären
Arbeitsmarkt den Nachteil, dass Arbeitgeber sie oft nicht einordnen
können. Dabei zeigen
positive Beispiele, dass Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt
besonders dort gelingt, wo Auszubildende mit Behinderungen früh in die
betriebliche Praxis
eingebunden sind.

„Damit Auszubildende mit Behinderungen aus der gesamten Palette der
anerkannten Ausbildungsberufe wählen können, müssen Ausbildungsgänge,
insbesondere Curricula,
flexibel auf sie zugeschnitten und ihnen die nötige Unterstützung zur
Verfügung gestellt werden“, stellt Aichele klar. In der Praxis würde
aber zum Beispiel
zu oft noch schematisch darauf gepocht, dass alle die gleichen formalen
Anforderungen erfüllen. Dies könne Menschen wegen ihrer Behinderung
ausschließen, so Aichele.

Das Institut ist mit dem Monitoring der Umsetzung der
UN-Behindertenrechtskonvention betraut worden und hat hierfür die
Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention
eingerichtet. Es hat gemäß der UN-Konvention (Artikel 33 Absatz 2
UN-BRK) den Auftrag, die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu
fördern, zu schützen
und die Umsetzung der Konvention in Deutschland zu überwachen. Die
UN-Behindertenrechtskonvention ist seit 2009 in Deutschland
rechtsverbindlich.

WEITERE INFORMATIONEN

Deutsches Institut für Menschenrechte (2018): Das Recht auf Arbeit für
Menschen mit Behinderungen verwirklichen. Der Arbeitsmarkt muss inklusiv
und für alle zugänglich werden

www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Positionen/Position_15_Das_Recht_auf_Arbeit.pdf

This entry was posted in Allgemein and tagged , , , , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.