IHK Arge, Konjunkturbericht RlP positiv

IHK-Konjunkturbericht Rheinland-Pfalz:
Boom hält an – Fachkräfte knapp und teuer

Die rheinland-pfälzische Wirtschaft erlebt weiterhin
branchenübergreifend einen Boom. Zu diesem Ergebnis kommen die
rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) in ihrem
aktuellen Konjunkturbericht, an dem sich mehr als 1.000 Betriebe mit
über 200.000 Beschäftigten beteiligt haben. Neben der guten
Binnennachfrage, die von einem robusten Arbeitsmarkt gestützt wird,
trägt die Expansion der Weltwirtschaft zum dynamischen Wachstum bei.

Als zusammenfassende Beurteilung von Geschäftslage und
Geschäftserwartungen legt der IHK-Konjunkturklimaindikator von 125
Punkten im Herbst 2017 auf aktuell 128 Punkte zu. Dabei erlangt die
Geschäftslage in ihrem Saldo aus positiven und negativen Meldungen mit
plus 43 Prozentpunkten ein neues Allzeithoch. Auch mit Blick auf die
mittelfristigen Geschäftserwartungen zeigen sich die
rheinland-pfälzischen Unternehmen zuversichtlich.

Die Investitionsneigung lässt in ihrem Expansionstempo zwar nach, liegt
aber weiter über ihrem langjährigen Durchschnitt. Zudem hält die hohe
Einstellungsbereitschaft auch zum Jahreswechsel an. 90 Prozent der
Betriebe planen, ihren Personalbestand zu erhöhen oder zumindest
konstant zu halten. Lediglich 10 Prozent fassen Entlassungen ins Auge.
„Damit liefern der Arbeitsmarkt, aber auch die Investitionsperspektiven
der Unternehmen weiterhin zuverlässige konjunkturelle Impulse“, folgert
Arne Rössel, Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz.

Weiterhin erfreulich entwickelt sich die Industriekonjunktur, allen
voran die Vorleistungs- sowie die Ge- und Verbrauchsgüterproduzenten.
Sowohl der Auftragsbestand als auch die Kapazitätsauslastung der
Industriebetriebe notieren Rekordwerte, die durch gestiegene Umsätze und
zuversichtliche Exporterwartungen abgerundet werden.

Unerwünschte Nebeneffekte zeigen sich im Fachkräftemangel und in
steigenden Arbeitskosten. Aktuell sorgen sich branchenübergreifend 55
Prozent der Unternehmen um die Sicherung des eigenen Fachkräftebedarfs.
Im Baugewerbe sind es sogar 72 Prozent. Als Kehrseite des
Beschäftigungsrekords und der steigenden Reallöhne gewinnen auch die
Arbeitskosten unweigerlich an Bedeutung. Sie werden bereits von 42
Prozent der Unternehmen als Risikofaktor benannt. „Fachkräfte werden
zunehmend knapp und teuer. Das dürfte die Wachstumsperspektiven
einzelner Branchen und Regionen in absehbarer Zeit begrenzen“, sagt
Robert Lippmann, wirtschaftspolitischer Sprecher der
IHK-Arbeitsgemeinschaft.

Industrie

„Trotz der Fachkräfteproblematik wird sich der Aufschwung in
Rheinland-Pfalz auch in den Folgemonaten fortsetzen. Darauf deuten die
einschlägigen IHK-Indikatoren hin. Dennoch muss der konjunkturelle
Rückenwind genutzt werden, um drängende standortpolitische
Herausforderungen zu lösen und eine Grundlage für eine krisenresistente
Wirtschaft zu schaffen“, mahnt Rössel. Die Hängepartie um die
Regierungsbildung in Berlin zeige bislang zwar keine konjunkturellen
Auswirkungen, als Risikofaktor für die weitere wirtschaftliche
Entwicklung werde das Thema allerdings von zahlreichen Unternehmen benannt.

Der vollständige Konjunkturbericht steht auf /www.ihk-rlp.de/ unter der
Nummer *3975698* als Download zur Verfügung.

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