Neue, prostataerhaltende Krebstherapie


Neue Prostata erhaltende Krebstherapie

Urologen der Universitätsmedizin Mainz behandeln Prostatakarzinom
minimal-invasiv mit fokussiertem Ultraschall (HIFU-Therapie)

(Mainz, 13. Februar 2018, ok) Patienten mit einem lokalisierten
Prostatakarzinom behandeln Ärzte der Universitätsmedizin Mainz jetzt mit
dem besonders schonenden HIFU-Verfahren. HIFU steht für High Intensity
Focused Ultrasound. Dabei zerstört ein energiereich gebündelter
Ultraschall zielgenau den Tumorherd. Das umliegende Gewebe wird
geschont, so dass ein nervenerhaltendes Vorgehen möglich wird. Weiterer
Vorteil der fokalen Therapie: Im Vergleich zu konventionellen
OP-Methoden sind die Risiken von Inkontinenz und Impotenz geringer.
Prostatakrebs gehört zu den häufigsten männlichen
Krebserkrankungen. In Deutschland
sterben knapp drei von hundert Männern an den Folgen eines
Prostatakarzinoms. Damit stellt Prostatakrebs die dritthäufigste
tödliche Krebserkrankung bei Männern nach Lungen- und Darmkrebs dar.

Bei der HIFU-Therapie wird der von Tumorzellen befallene Gewebebereich
punktgenau mittels Ultraschall auf 90 bis 100 Grad Celsius erhitzt. „Da
die umliegenden Strukturen bei der fokalen Therapie des
Prostatakarzinoms nicht mitbehandelt werden, sind die Nebenwirkungen der
Therapie geringer“, sagt PD Dr. Thomas Höfner, Oberarzt in der Klinik
und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie der Universitätsmedizin
Mainz. Auch lassen sich – je nach Lage des Prostatakarzinoms – die
Potenznerven schonen und eine Impotenz vermeiden.

Vor der HIFU-Therapie erfolgt eine magnetresonanztomographische (MRT)
Untersuchung (MRT) der Prostata und eine anschließende MRT-fusionierte
Biopsie der Prostata. Damit kann mit hoher Genauigkeit ein tatsächlich
nur in einer einzelnen Region der Prostatadrüse vorhandener
Prostatakrebs detektiert werden.

Anschließend werden bei der Behandlung die MRT-Bilder in den Computer
eingelesen und mit den Live-Ultraschallbildern des HIFU-Gerätes
bildgebend übereinander gelegt. Anhand des Ultraschall/MRT-Fusionsbildes
lässt sich dann das Behandlungsareal festlegen, die übrige Prostata kann
geschont werden. Die Erhitzung und Destruktion des Tumorgewebes mittels
Ultraschall führt der HIFU-Roboter durch, wobei der behandelnde Arzt den
Vorgang überwacht und jederzeit eingreifen beziehungsweise nachjustieren
kann. Die Gesamtdauer des HIFU-Eingriffs beträgt insgesamt circa 60 bis
120 Minuten.

Die HIFU-Therapie eignet sich in erster Linie zur prostataerhaltenden
Therapie des lokalisierten und auf einen Lappen der Drüse begrenzten
Prostatakrebs.
Sie bietet sich aber auch zur Behandlung einer erneuten Erkrankung (im
Fachjargon Rezidiv) im Anschluss an eine bereits erfolgte Operation oder
Bestrahlung an. Darüber hinaus kommt sie bei älteren Patienten mit
Begleiterkrankungen in Frage, bei denen eine Operation nicht möglich
oder nicht gewünscht ist.

„Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden wie der Strahlentherapie oder
der Radikaloperation weist die HIFU-Therapie nachweislich niedrigere
Komplikationsraten auf“, betont der Direktor der Klinik und Poliklinik
für Urologie und Kinderurologie, Univ.-Prof. Dr. Axel Haferkamp.
„Insbesondere bei der Behandlung fokaler Prostatakarzinome, kann das
HIFU-Verfahren den Tumor mit guten Heilungschancen sehr schonend
behandeln und die Notwendigkeit aggressiverer Therapien mit höheren
Nebenwirkungsraten bei unseren Patienten reduzieren. Wir freuen uns
daher, dass wir unser Behandlungsspektrum bei Prostatakarzinom mit
dieser Methode
um ein weiteres minimal-invasives Verfahren erweitert haben“, so Prof.
Haferkamp.

Unimedizin Mainz

This entry was posted in Allgemein and tagged , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.