Wenn die Praxis zu ist, wählen Patienten lieber diee Notaufnahmwe im Krankenhaus als die hausärztliche Notfallpraxis


Wenn die Praxis zu ist: Patienten wählen Notaufnahme statt
Bereitschaftsdienst

Mainz, 13. Februar 2018. Bei akuten Schmerzen oder Verletzungen, die
außerhalb der Praxisöffnungszeiten auftreten, ist die Notaufnahme der
Krankenhäuser meist die erste Wahl. Rund ein Drittel der Menschen in
Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland wurden in den vergangenen drei
Jahren mindestens einmal
in einer Notaufnahme vorstellig, weil sie medizinische Hilfe benötigten.
Das geht aus dem Meinungspuls hervor, einer repräsentativen
Forsa-Umfrage im Auftrag
der Techniker Krankenkasse (TK).

Jeder Fünfte suchte eine ambulante Bereitschaftsdienstpraxis auf, 16
Prozent der Menschen, die medizinische Hilfe benötigen, wählten den
Notruf 112 und
lediglich sieben Prozent die bundesweite Nummer 116 117, mit der man den
ärztlichen Bereitschaftsdienst erreicht.

Jeder Zweite geht einmal in zehn Jahren in die Notaufnahme

In einem Zeitraum von zehn Jahren war jeder zweite Rheinland-Pfälzer,
Hesse oder Saarländer mindestens einmal auf eigene Initiative in der
Notaufnahme eines Krankenhauses, so ein Ergebnis des TK-Meinungspulses.
„Der Sicherstellungsauftrag der Kassenärztlichen Vereinigung sieht vor,
dass ambulante Notfallpatienten rund um die Uhr von niedergelassenen
Ärzten – einschließlich des ärztlichen Notdienstes – versorgt werden.
Jedoch entscheiden sich Patienten häufig auch
in eigentlich unkritischen Situationen, die Notaufnahme der
Krankenhäuser aufzusuchen oder den Rettungsdienst anzufordern“, erklärt
Jörn Simon, Leiter
der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz.

In fast der Hälfte der Fälle gibt es Entwarnung

Dass von Patienten häufig die Notaufnahme der Krankenhäuser angesteuert
wird, obwohl kein akuter Notfall vorliegt, zeigt auch die Umfrage der
TK. In 43
Prozent der Fälle, in denen Patienten selbstständig eine Notaufnahme
aufsuchten, gab es vor Ort Entwarnung und keine medizinischen
Sofortmaßnahmen waren
notwendig. „Wir haben die Situation, dass wir vermehrt Selbstvorsteller
im Krankenhaus haben. Grund ist auch die sektorale Trennung, die zu
Unklarheiten
führt, und die Tatsache, dass quasi der Patient selbst entscheiden muss,
wie schwer sein medizinisches Problem ist. Wir schlagen deshalb vor,
sogenannte
Portalpraxen an Krankenhausstandorten einzurichten, die die Patienten
rund um die Uhr in die richtige Versorgung steuern können“, sagt der
TK-Landeschef.
Dies befürworteten im TK-Meinungspuls auch 87 Prozent der Befragten.

Nur sechs von zehn Menschen kennen die 116 117

Nicht zielführend ist auch das Nebeneinander der beiden Rufnummern 112
und 116 117. „Laut Umfrage kennen nur sechs von zehn Menschen in
Rheinland-Pfalz die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdiensts 116 117″,
gibt Jörn Simon zu Bedenken. Er schlägt deshalb vor, für die beiden
Nummern gemeinsame Leitstellen zu schaffen, in denen kompetente
Mitarbeiter nach standardisierten Vorgaben entscheiden können, wohin die
Patienten geleitet werden sollen.

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