Masterplan ärztliche Versorgung – Neues Maßnahmenpaket zur Sicherung der ärztlichen Versorgung vorgestellt

Masterplan ärztliche Versorgung

Partner stellen neues Maßnahmenbündel zur Sicherung der ambulanten
ärztlichen Versorgung vor

Gut zehn Jahre nach der Vorlage eines ersten „Masterplans zur Stärkung
der ambulanten ärztlichen Versorgung“ haben die Partner des Masterplans
heute Bilanz gezogen und weitere Maßnahmen vorgestellt, die dazu
beitragen sollen, die ambulante ärztliche Versorgung in Rheinland-Pfalz
auch zukünftig auf einem hohen Niveau zu gewährleisten.

Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler betonte, dass ein
breites Maßnahmenbündel angefangen bei der Ausbildung über die Fort- und
Weiterbildung bis hin zur ärztlichen Berufsausübung erforderlich sei, um
den vielfältigen Herausforderungen bei der Sicherung der ärztlichen
Versorgung zu begegnen.

„Eine Fortschreibung des Masterplans lag deshalb nahe, weil sich in den
letzten Jahren die Rahmenbedingungen der ärztlichen Versorgung,
insbesondere auch
die rechtlichen Möglichkeiten im Bereich der ärztlichen Weiterbildung
oder der ärztlichen Berufsausübung, weiterentwickelt haben“, so die
Ministerin.

Daher habe sie die Weiterentwicklung und Ergänzung des bestehenden
Maßnahmenkataloges zu Beginn der Legislaturperiode angestoßen. „Ich
freue mich, dass die konstruktive Zusammenarbeit der Partner im Rahmen
des aktuellen Masterplanprozesses schon viele Früchte getragen hat und
zahlreiche Maßnahmen bereits im Laufe der Beratungen von den jeweiligen
Partnern umgesetzt wurden.“ Als Beispiel nannte sie den
Wiedereinstiegskurs für nicht berufstätige Ärztinnen und Ärzte, der in
Kooperation mit der Landesärztekammer erstmals im April 2017 durch die
Akademie für Ärztliche Fortbildung in Rheinland-Pfalz stattfand.
Auch die Förderprogramme des Landes seien ausgeweitet worden. So könnten
seit 1. Januar 2018 in 97 Verbandsgemeinden und verbandsfreien Gemeinden
Fördermittel für die Verbesserung der hausärztlichen Versorgung in
Anspruch genommen werden. Ein neues Beratungsprojekt, das vom
Gesundheitsministerium in Zusammenarbeit
mit der Kassenärztlichen Vereinigung auf den Weg gebracht werde, solle
den Kommunen eine verlässliche Unterstützung bei Fragen zur
Weiterentwicklung der
ärztlichen Versorgung in ihrer jeweiligen Region bieten.

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV
RLP), Dr. Peter Heinz, begrüßte das diesbezügliche Engagement des
Gesundheitsministeriums
und stellte die vielfältigen Beratungsangebote und Förderinstrumente der
KV RLP vor, die ebenfalls weiterentwickelt wurden. Um mehr Ärztinnen und
Ärzte
für die Allgemeinmedizin gewinnen zu können, wurden eine Vielzahl von
Fördermaßnahmen initiiert, zum Beispiel gemeinsam mit weiteren
Selbstverwaltungspartnern die Einrichtung einer Koordinierungsstelle
Weiterbildung in der Allgemeinmedizin. „Die Arbeit der
Koordinierungsstelle ist sehr gut angelaufen und wir
sind optimistisch, dass wir mit deren Unterstützung neben den bisher
initiierten weitere Weiterbildungsverbünde in Rheinland-Pfalz gründen
können“, so
Dr. Heinz. Der KV RLP sei aber auch die Stärkung der fachärztlichen
Versorgung ein wichtiges Anliegen, weshalb sie hier die Förderung der
Weiterbildung ebenfalls stark ausgebaut habe. Zudem werde die Zulassung
und Anstellung von Ärzten und Psychotherapeuten in ausgewiesenen
Förderregionen finanziell unterstützt.

Dr. Jürgen Hoffart, Hauptgeschäftsführer der Landesärztekammer
Rheinland-Pfalz, zog eine positive Bilanz zum Quereinstieg in die
Allgemeinmedizin, den die
Landesärztekammer bundesweit als erste eingeführt hat, und zum erstmals
angebotenen Wiedereinstiegskurs für nicht berufstätige Ärztinnen und
Ärzte. „Ich
freue mich, dass wir vor dem Hintergrund des sehr erfolgreichen
Testlaufs eine Neuauflage des Wiedereinstiegskurses vereinbart haben“,
so Dr. Hoffart.
Die Landesärztekammer setze auch schon bei den Medizinstudierenden an,
biete über gemeinsame Informationsveranstaltungen mit der
Universitätsmedizin Hilfestellungen
für Studierende und ermögliche Einblicke speziell in die
Allgemeinmedizin. Positiv werte er die von der Landesregierung
angestrebte Regionalisierung von
Teilen der Medizinerausbildung. Damit wäre es leichter möglich,
Ärztinnen und Ärzte für die Versorgung in der jeweiligen Region zu gewinnen.

An der Universitätsmedizin Mainz hat die Allgemeinmedizin durch die
Einrichtung des Zentrums für Allgemeinmedizin und Geriatrie eine
deutliche Aufwertung
erfahren. Das Zentrum habe seit seiner Gründung viele Initiativen
gestartet, um die Sichtbarkeit der Allgemeinmedizin weiter zu erhöhen
und Studierende
an die Allgemeinmedizin heranzuführen, so der Leiter des Zentrums Prof.
Dr. Michael Jansky. „Im Projekt ‚Mainzer Allgemeinmedizin – Begleitetes
Studieren‘,
das bereits erfolgreich gestartet ist, können Medizinstudierende die
Hausarztmedizin über einen längeren Zeitraum hautnah kennenlernen und
sich so ein realistisches Bild von der Vielfalt der hausärztlichen
Tätigkeit machen. Die Einrichtung des Kompetenzzentrums Allgemeinmedizin
an der Universitätsmedizin trägt zudem dazu bei, die Weiterbildung in
der Allgemeinmedizin zusätzlich zu stärken und sie besser mit der
Ausbildung zu verknüpfen.“

Der Hausärzteverband werde die neuen Initiativen in der
allgemeinmedizinischen Aus- und Weiterbildung eng begleiten und
unterstützen, so Dr. Hans-Dieter
Grüninger, stellvertretender Vorsitzender des Hausärzteverbandes
Rheinland-Pfalz. „Es ist wichtig, den Studierenden die vielen positiven
Facetten der Hausarztmedizin nahe zu bringen. Dies geht nur über
möglichst viele praktische Erfahrungen, die bereits im Laufe des
Medizinstudiums ermöglicht werden müssten“, so Dr. Grüninger. Er
kündigte gezielte praktische Angebote des Hausarztverbandes für
Medizinstudierende in Hausarztpraxen an. Insgesamt werte der
Hausärzteverband die gute Zusammenarbeit der Masterplanpartner, die sich
bei der Entwicklung und beginnenden Umsetzung der verschiedenen
Maßnahmen zur Sicherung speziell auch der hausärztlichen Versorgung
gezeigt habe, sehr positiv. Vor allem im Bereich der
allgemeinmedizinischen Weiterbildung seien viele sehr wichtige
Maßnahmen vereinbart worden.

Die Masterplanpartner werden den engen Austausch über die Sicherung der
ärztlichen Versorgung fortsetzen. In enger Abstimmung mit dem
Wissenschaftsministerium geht es vor allem darum, den auf Bundesebene
vereinbarten „Masterplan Medizinstudium 2020“ in Rheinland-Pfalz gut
umzusetzen und dabei die Praxisnähe des
Studiums auszubauen sowie die Allgemeinmedizin weiter zu stärken. Auch
das Auswahlverfahren für die Vergabe von Medizinstudienplätzen steht
aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts weiter auf der
Tagesordnung.

Partner des Masterplans sind neben dem Ministerium für Soziales, Arbeit,
Gesundheit und Demografie und dem Ministerium für Wissenschaft,
Weiterbildung und
Kultur die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz, die
Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, der Hausärzteverband Rheinland-Pfalz
und die Universitätsmedizin
Mainz. In die Beratungen waren auch der Landkreistag Rheinland-Pfalz,
der Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz und die
Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz einbezogen.

Der Masterplan zur Stärkung der ambulanten ärztlichen Versorgung steht
auf der Internetseite www.hausarzt.rlp.de zum Download bereit.

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